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Kiel Das Küstenkraftwerk ist eröffnet
Kiel Das Küstenkraftwerk ist eröffnet
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16:28 16.01.2020
Von Kristian Blasel
Das neue Kieler Gasmotorenheizkraftwerk steht neben dem inzwischen abgeschalteten Kohlekraftwerk. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Meier hat gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Jörg Teupen symbolisch den Hebel eines sogenannten Maschinentelegrafens umgelegt. „Es hat uns alle gefordert und viel Zeit und Energie gekostet“, sagte Meier vor Prominenz aus Stadt und Land. „Jetzt ist die Zukunft der Energieversorgung in Kiel Realität, und wir blicken voller Stolz auf unser Küstenkraftwerk.“

Aktivisten der neu formierten Gruppierung "Vollgas in den Untergang" begleiteten den Festakt vor dem Gelände mit einer bunten Demonstration gegen die Strategie der Stadtwerke. Das neue Kraftwerk, so die Argumentation der Demonstranten, setze auf Erdgas, das „aufgrund des Methanaustritts bei Transport und Förderung eine schlechtere Treibhausbilanz hat als Stein- oder Braunkohle“. Den Stadtwerken gehe es nur um „Profitmaximierung“.

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Stadtwerke Kiel und Ministerpräsident Daniel Günther weisen die Kritik der Demonstranten zurück

Meier wies die Kritik gleich zu Beginn der Feier zurück. Man respektiere zwar „unterschiedliche Sichtweisen zum Thema Energieversorgung“. Es seien dabei aber „Fachkenntnis und Augenmaß“ nötig. „Es gibt derzeit einfach keine noch fortschrittlichere Technologie, um die Wärmeversorgung für über 73.000 Haushalte im Großraum Kiel zu jedem erforderlichen Zeitpunkt zu gewährleisten.“ Die Investition habe deshalb „bundes- und europaweite Leuchtturmwirkung“. Die Stadtwerke verweisen darauf, dass die eingesetzten Jenbacher Gasmotoren alle geltenden Emissionsvorschriften erfüllen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach in seinem Grußwort von einer „riesengroßen Investition in den Klimaschutz“, die eine „richtig gute Entscheidung“ gewesen sei. Bei allem Enthusiasmus für Klimaschutz brauche man ein solches Kraftwerk für die Übergangszeit. „Es ist ein großer Tag für Kiel und ein großer Tag für Schleswig-Holstein.“

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer spottet über die Demonstranten 

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer erinnerte an die vielen Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen und der Umsetzung des Projekts und zeigte sich „erleichtert, froh und stolz, dass wir dieses Ding endlich geschaukelt haben“. Zugleich hatte er für die Demonstranten nur Spott übrig. „Es ist weltweit die erste Demo von Klimaschützern, die sich gegen einen Kohleausstieg wendet.“

„Im Vergleich zum Vorgängerkraftwerk werden jährlich eine Million Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen“, hatte Frank Meier bereits Ende November betont. Das entspreche dem Ausstoß von 500.000 Pkw, sagte er auch am Donnerstag. Zum Vergleich: In ganz Kiel sind rund 110.000 Pkw zugelassen. Mit rund 290 Millionen Euro ist das Kraftwerk mit seinen 20 Gasmotoren die größte Investition in der Geschichte der Stadtwerke, so Meier

Teupen: Budget in Höhe von 290 Millionen Euro wird eingehalten

Trotz erheblicher Probleme während der Bauphase, Ärger mit dem Kühlsystem und dem um ein Jahr verspäteten Starttermin wird das Leuchtturmprojekt den Investitionsrahmen nicht sprengen: „Wir werden das Budget auf jeden Fall einhalten“, hatte Stadtwerke-Technik-Chef Jörg Teupen versprochen. Rund zehn Prozent des Budgets von 290 Millionen Euro habe man als Puffer eingeplant. „Diesen Puffer“, so Teupen, „haben wir verbraucht.“ Allein die Kampfmittelräumung auf dem Ostufer-Areal habe mit 12,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

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