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Kiel Wer darf wann und wie lange arbeiten?
Kiel Wer darf wann und wie lange arbeiten?
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11:45 20.07.2019
Von Sven Hornung
Wiebke Jeske (27) arbeitet hinterm Tresen. Sie verdient sich jetzt etwas dazu, um den Rest des Jahres ungestört studieren zu können. Quelle: Frank Peter
Kiel

Natürlich gibt es auch für Ferienjobber Regeln zu beachten. Die wichtigste dabei ist wohl das Jugendarbeitsschutzgesetz. „Wer noch keine 15 Jahre alt ist, gilt vor dem Gesetz als Kind“, sagt Arbeitsagentur-Sprecher Michael Trowe. „Wer zwischen 15 und 18 Jahren alt ist, ist Jugendlicher. Die Beschäftigung von Kindern ist grundsätzlich verboten.“

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Akkord-, Wochenend- oder Nachtarbeit sind verboten

Trotzdem dürfen 13- und 14-Jährige kleinere Jobs übernehmen und bis zu zwei Stunden am Tag arbeiten. 15- bis 17-Jährige dürfen in den Ferien bis zu acht Stunden pro Werktag jobben, höchstens aber 40 Stunden in einer Fünf-Tage-Woche und nur zwischen 6 und 20 Uhr. Ab 16 Jahren sind außerdem in einigen Gewerben, zum Beispiel in der Gastwirtschaft, Beschäftigungen bis 22 Uhr erlaubt. „Akkord-, Wochenend- oder Nachtarbeit sind in der Regel verboten“, so Trowe. „Außerdem dürfen keine schweren Dinge getragen oder gar gefährliche Arbeiten ausgeführt werden. Regelmäßige Arbeiten bei Hitze, Nässe, Kälte oder Lärm sind ebenfalls tabu.“ Volljährige Schüler und Studenten dürfen in allen Tätigkeitsbereichen arbeiten.

Werden Sozialabgaben fällig?

Eine andere wichtige Frage ist die über das Einkommen. Das entscheidet nämlich über den Status des Jobs. „Übt ein Schüler den Ferienjob nur in den Ferien aus, liegt in der Regel ein kurzfristiger Minijob vor“, sagt Wolfgang Buschfort von der Minijob-Zentrale. „Bei einem kurzfristigen Minijob spielt die Höhe des Verdienstes keine Rolle. Voraussetzung dafür ist, dass der Ferienjob nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr dauert.“ Wenn das Einkommen 450 Euro im Monat oder die Anstellungsdauer die 70 Tage übersteigt, werden Sozialabgaben fällig.

Wer indes diese Grenzen einhält, ist sozialversicherungsfrei. Steuerpflichtig ist das Einkommen aus dem Ferienjob aber trotzdem. „Oft kommt es aber durch die niedrigen Löhne gar nicht zum Lohnsteuerabzug“, sagt Trowe. „In der Steuerklasse I fällt bei einem so geringen Monatslohn eigentlich keine Lohnsteuer an.“ Bis zum 25. Lebensjahr haben Ferienjobs keinen Einfluss auf das Kindergeld. Außerdem sind Ferienjobber über den Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert.

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