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Kiel Die Welt mit einer Melodie gerettet
Kiel Die Welt mit einer Melodie gerettet
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10:22 30.08.2015
Von Jörg Meyer
Das Wetter beim Festival am kleinen Strand 2015 war perfekt. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Sängerin Bernadette La Hengst hat eine Vision: „Save the World with this Melody“ heißt ihr neuester Mut- und Mitmach-Song, in den fast alle einstimmen, besonders auch in dessen erste Refrain-Zeile „Say Goodbye to Lethargy!“ Leider kann man die Welt nicht wirklich mit einer Melodie retten, schon gar nicht eine Welt, in der Flüchtlinge anders als das Motto des 4. Festivals am kleinen Strand – „Refugees Welcome!“ – alles andere als willkommen geheißen werden.
 

Foto: Sängerin Bernadette La Hengst in Kiel. Björn Schaller

Doch an diesem windstillen Spätsommerabend am kleinen Friedrichsorter Strand scheint Bernadettes Vision aufzugehen, ist für einen Nachmittag und eine Nacht die Welt zumindest musikalisch gerettet, ohne dass aber ihre gegenwärtigen Probleme ausgeblendet würden. Alle der neun Bands, die hier spielen, haben Botschaften gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine positive Willkommenskultur im Gepäck, unauf-, aber eindringlich. Etwa die Kieler Band Geisterfahrer, die vor Melody-Madame La Hengst ihren temporeichen Rock von den Gitarren und damit auch manches Vorurteil gegen Migranten aus dem Hirn schrubben. „Hallo Mensch, wo kommst du her? Du allein entscheidest, wo du hingest, denn wir sind alle aus dem selben Fleisch und Blut“, heißt es in einem Song, der auffordert, aufzustehen gegen das Unrecht, das Flüchtlingen auch hierzulande geschieht. Auf der nahen Dampferbrücke lassen die Menschen dazu einverstanden ihre Beine nicht nur im Abendsonnenschein, sondern auch in diesem entspannten Rhythmus baumeln. Insofern passt auch Geisterfahrers neuester Titel „Grau“ nur halb, es sei denn man deutet ihn so, dass die einen im Licht, die anderen im Dunkel stehen.
 
Aber gerade letztere werden hier gesehen, wenn Bernadette La Hengst ironisch auf die immer noch schwächelnde Integrationspolitik Bezug nimmt: „Integrier’ mich, Baby“, „nur zusammen sind wir ganz“, fordert sie ebenso wie „Bedingungsloses Grundeinkommen in Liebe“, kurzum nicht nur „die Krümel vom Kuchen“, sondern das gute Leben für alle und überall. Zwar dauert es ein bisschen, bis die Grande Dame des Diskurspop so neben den Verhältnissen auch das Publikum zum Tanzen bringt, aber schließlich wiegen sich alle im Reggae-Offbeat von „Save the World with this Melody“.
 
Wie gesagt, die Welt rettet das nicht, wohl aber die Vorstellung von einer besseren. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ein bisschen Woodstock-Feeling aufkommt, hier am kleinen Strand, über dem jetzt ein hippie-goldener Vollmond genauso wie die Hoffnung aufgeht.

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