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Kiel Viel Arbeit für Feuerwehr und Polizei: Bilanz der Neujahrsnacht
Kiel Viel Arbeit für Feuerwehr und Polizei: Bilanz der Neujahrsnacht
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16:02 01.01.2020
Die Kieler Feuerwehr musste an Silvester zu einem Feuer in einem Garagenkomplex im Kieler Stadtteil Mettenhof ausrücken. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Silvesterabend fing in Kiel erst sehr ruhig an. "Bis 23 Uhr hatten wir nur ganze drei Einsätze", berichtet Einsatzleiter Nils Göhrke von der Hauptwache Kiel. Der erste Einsatz der Nacht hatte es dann aber gleich in sich.

In einem zweigeschossigen Garagenkomplex in der Stockholmstraße in Mettenhof stand eine Doppelgarage in Flammen. Dichte Rauchwolken drangen aus dem Gebäude. Mit mehreren Trupps unter Atemschutz konnten die Einsatzkräfte die Flammen löschen.

Es brannten verschiedene Einrichtungsgegenstände. Dabei konnte die Feuerwehr das Übergreifen der Flammen auf ein dort in der Nähe abgestellte Autos verhindern.

Für die Löscharbeiten waren neben der Haupt- und Ostwache der Berufsfeuerwehr auch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Russee ausgerückt.

Während der Löscharbeiten traf an der Einsatzstelle auch eine als Weihnachtsmann verkleidete Person ein, die sich bei den Einsatzkräften nach dem kürzesten Weg um den Einsatzort herum erkundigte.

Schwere Verletzungen durch Feuerwerk

Nach Mitternacht kamen dann noch weitere Einsätze im ganzen Stadtgebiet hinzu. Es wurden auch mehrere Müll-Container sowie Sammelbehälter für Altkleider in Brand gesetzt. Meist waren es aber kleinere Brände. In einem Fall löste der Lichtschein von Weihnachtsbeleuchtung in Elmschenhagen einen Einsatz aus.

Insgesamt gab es nach Mitteilung des Lagedienstes der Feuerwehr bis 2 Uhr 19 Brand- und 55 Rettungsdiensteinsätze. In vier Fällen mussten die Rettungswagen-Besatzungen Menschen helfen, die sich durch Feuerwerkskörper zum Teil schwere Verletzungen zugefügt hatten. In zwei Fällen hatte es dabei Teilamputationen der Hand gegeben. Diese Patienten wurden in eine Spezialklinik nach Lübeck gebracht.

Neben den Unfällen mit Feuerwerkskörpern waren mehrere Personen so stark alkoholisiert, dass sie auf Hilfe des Rettungsdienstes angewiesen waren.

Zeitweise waren alle drei Löschzüge der Haupt-, Nord- und Ostwache sowie mehrere freiwillige Wehren und zwölf Rettungswagen im Einsatz.

300 Einsätze für die Feuerwehr landesweit

In ganz Schleswig-Holstein kam es zu gut 300 Einsätzen zum Jahreswechsel. Bei der überwiegenden Anzahl der durch Silvesterfeuerwerk verursachten Brände blieb es bei geringem Sachschaden. Dennoch gab es gleich mehrere Großbrände und mehrere Personen zogen sich schwere Verletzungen durch Umgang mit Knallkörpern zu - teilweise mit Fingeramputationen.

Lesen Sie auch: Kellerbrand bringt Menschen in Rendsburg in Gefahr

Die Leitstelle Nord in Harrislee meldete für die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg insgesamt 59 Brandeinsätze. Dreimal brannte es in Flensburg mit dem Stichwort "Menschenleben in Gefahr". Herausragend war ein Großbrand in Husum: Hier brannte eine Doppelhaushälfte komplett aus. In Flensburg wurde ein 24-Jähriger vor einer Diskothek niedergestochen und starb kurz darauf im Krankenhaus.

Ein Mensch stirbt bei Unfall in St. Peter-Ording

In der Nacht musste die Freiwillige Feuerwehr St. Peter-Ording zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen ausrücken. Für eine Person kam jede Hilfe zu spät. In Preetz befreite die Feuerwehr eine eingeklemmte Person nach einem Verkehrsunfall aus ihrem Fahrzeug.

Auch die Leitstelle West meldete für die Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg eine unruhige Nacht. Aufgrund einer extremen Nebelwand kam es auf der Autobahn 23 zwischen den Anschlussstellen Itzehoe Mitte und Nord gegen 1.30 Uhr zu einer Massenkarambolage. Insgesamt wurden 12 Menschen verletzt, davon 3 schwer, wie die Polizei mitteilte. In Fahrtrichtung Nord fuhren 10 Autos ineinander. Drei Menschen, die in einem Kleinwagen saßen, erlitten dabei schwere Verletzungen, eine weitere Person wurde leicht verletzt. Auf gleicher Höhe in die andere Fahrtrichtung kollidierten fünf Autos miteinander. Acht Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Unfallaufnahme und die Aufräumarbeiten wurden durch den Nebel mit Sichtweiten von unter fünf Metern deutlich erschwert. Teilweise mussten die Beamten mit Taschenlampen nach beteiligten Autos suchen. Die A 23 war mehrere Stunden in beide Richtungen voll gesperrt.

35 Feuerwehreinsätze zählte die Leitstelle Holstein für den Kreis Segeberg. In Seth griff gegen 1 Uhr ein Feuer aus einer Mülltonne auf das angrenzende Haus über. Hierdurch wurden die Garage und ein Überstand beschädigt, Schlimmeres verhinderten die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

In Kaltenkirchen brannte gegen 2.30 Uhr ein Wohncontainer in der Straße Im Grunde. Der 39-jährige Bewohner der Unterkunft wurde durch den Brand verletzt. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus.

Die Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein nannte 54 Brandeinsätze, fünfmal technische Hilfeleistungen und 102 Einsätze für den Rettungsdienst.

Eher ruhige Nacht in Neumünster

In Lübeck zählte die Feuerwehr 49 Brandeinsätze. Feuerwerkskörper entzündeten Planen an einem Gerüst. Durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk wurde eine Person schwer verletzt. In diesem Fall war eine Fingeramputation zu beklagen. Zwei Kinder wurden ebenfalls durch Feuerwerkskörper leicht verletzt und im Krankenhaus behandelt.

In Neumünster sprach die Feuerwehr von einer eher ruhigen Nacht. 12 Kleinbrände und zwei Mittelbrände galt es hier zu bekämpfen.

Auch die Polizei hatte alle Hände voll zu tun

Für die Polizeibeamten in Kiel und dem Kreis Plön war es eine arbeitsreiche Silvesternacht. Wenngleich es zu keinen herausragenden Einsätzen kam, waren sie rund 180 Mal (139 Mal in Kiel, 39 Mal im Kreis Plön) im Zeitraum zwischen 18 Uhr und 06 Uhr gefordert, teilte die Polizei am Neujahrsmorgen mit.

In Kiel kam es nach Mitternacht am Germaniahafen und im Landecker Weg zu zwei Straßenraubtaten durch zwei je dreiköpfige Gruppen. In beiden Fällen konnten Beamte des  2. und 4. Reviers im Rahmen der Fahndung die jeweiligen Tatverdächtigen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren vorläufig festnehmen.

Die Polizei im Kreis Segeberg musste gegen 1.40 Uhr zu einem Einsatz in der Müllerstraße in ausrücken. Ein 33-jähriger Norderstedter schlug mit den Fäusten gegen die Fenster und Türen des Hauses einer Nachbarin. Im weiteren Verlauf drohte er ihr mit dem Tode und zeigte eine Handgranate. Der Mann zog sich danach in seine Wohnung zurück. Dort überwältigten die Polizeibeamten den 33-Jährigen. Sie nahmen ihn in Gewahrsam, wo er sich weiterhin aggressiv verhielt. Bei der Handgranate handelte es sich um eine Attrappe.

Zigarettenautomat aufgesprengt

Gegen 5 Uhr kam es den Angaben zufolge in der Wilheminenstraße in Kiel zu einem Handydiebstahl. Eine Fahndung nach den beiden Tätern blieb erfolglos. In Preetz und in Neumühlen-Dietrichsdorf sprengten Unbekannte einen Zigarettenautomaten und flüchteten mitsamt dem Inhalt der Automaten. In Mönkeberg entdeckte ein Spaziergänger am frühen Abend in einem Waldstück eine Brandbombe, die vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes waren eingesetzt und übernahmen die sachgerechte Entsorgung.

In 16 Fällen (13 Mal in Kiel, dreimal im Kreis Plön) wurden die Beamten wegen Körperverletzungen alarmiert. Neun Personen, alle in Kiel, fielen aufgrund ihres Alkoholisierungsgrades als hilflose Personen auf.

Von Frank Behling und Thomas Paterjey/RND

In Mettenhof brannte es in einem Garagenkomplex

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