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Kiel Feuerwehrmann Hackenberg macht weiter
Kiel Feuerwehrmann Hackenberg macht weiter
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11:30 07.08.2019
Von Frank Behling
Zum 1. September ist für Branddirektor Ulrich Hackenberg in Kiel Schluss. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Feuerwehr Kiel sucht Personal. Mehr als 20 junge Brandmeisteranwärter braucht die Wehr 2020. „Wir brauchen dringend ausreichend geeignete Bewerber, da die Abgänge in den Ruhestand in den kommenden Jahren sehr groß sind“, sagt Ulrich Hackenberg. Der städtische Branddirektor weiß, wovon er spricht. Er hat selbst fast 25 Jahre bei der Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt gearbeitet und hätte gemäß der Altersregelung für Beamte im Einsatzdienst der Feuerwehr bereits im Ruhestand sein müssen. „Ich habe bereits ein Jahr verlängert“, sagt der 61-Jährige. Gern hätte er auch noch weiter gemacht, aber die Altersgrenze in Schleswig-Holstein liegt nun einmal bei 60 Jahren. Zum 1. September ist hier Schluss für Hackenberg.

25 Jahre in der Amtsleitung

Die 25 Jahre in der Amtsleitung der Kieler Feuerwehr hat der gebürtige Recklinghausener nie bereut. Dabei war der Weg an die Küste eigentlich erst im Laufe der Ausbildung als Perspektive erwachsen. Nach dem Abitur ging er an die Technische Universität nach Clausthal und studierte am Institut für Bergbau. „Ich komme ja aus einer Bergbaufamilie, da lag das einfach nah“, erinnert er sich. Auch im Bergbau gab es Anforderungen, wie sie bei der Feuerwehr gebraucht werden. Schließlich entstand die Perspektive für eine Stelle als Referendar der Landesfeuerwehrschule in Nordrhein-Westfalen, erzählt Hackenberg. Und dann kam die Chance für Kiel.

Großbrand an der Schiffsbunkerstation

Am 1. April 1995 startete er als dritter Mann neben Amtsleiter Manfred Martins und Stellvertreter Hans-Werner Kappas in der Amtsleitung. „Es begann eine Zeit voller prägender Ereignisse“, so Hackenberg. Wie abwechslungsreich Feuerwehr sein konnte, erlebte er bereits nach drei Jahren, als vor Amrum der Frachter „Pallas“ brannte. Im Bereich der Organisation und der Ausrichtung hat auch die Feuerwehr Kiel in den Folgejahren viele Höhen und Tiefen. Der Verlust des Feuerlöschschiffes gehörte dazu. Herausragend war eine Nacht im Juni 2009, als bei der Schiffsbunkerstation am Kanal Tausende Tonnen Paraffin in Flammen aufgingen. Über 350 Feuerwehrleute waren im Einsatz. „Ich erinnere mich noch an die erste Meldung. Da war von einem Müllcontainer die Rede“, sagt Hackenberg

Tagesgeschäft ist nie ruhig

Auch wenn dieser Einsatz einmalig blieb, so ist das Tagesgeschäft alles andere als ruhig. „Besonders im Rettungsdienst gibt es weiter deutlich ansteigende Zahlen“, so Hackenberg. Die Zahl von 31 770 Einsätzen 1995 hat sich inzwischen mehr als verdoppelt. Auch beim Brandschutz steigen die Alarmierungen. „Deshalb ist die neue Nordwache auch absolut sinnvoll“, so Hackenberg. Das letzte Projekt für ihn war die Planung des neuen Übungszentrums in Wellsee: „Das wird eine ganz tolle Anlage.“ Obwohl er in Schleswig-Holstein eigentlich in den Ruhestand müsste, hat er dazu keine Lust. „Ich bin ja noch topfit. Deshalb habe ich mir noch eine neue Aufgabe gesucht“, erzählt er. Im September steigt er bei der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern in Malchow ein. „Da habe ich für die nächsten vier Jahre eine spannende Herausforderung übernommen“, sagt Hackenberg

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