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Kiel Neues "Böllerkonzept" ist auf dem Weg
Kiel Neues "Böllerkonzept" ist auf dem Weg
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19:10 24.09.2019
Von Jürgen Küppers
So ein Motiv eines Kieler-Woche Abschlussfeuerwerks wie in diesem Jahr könnte schon bald Geschichte sein. Die Stadt lotet jetzt ein Konzept aus, wie sie künftig auf klassische Böller weitgehend verzichten könnte. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Prüfung eines weitgehenden Böllerverbots – wie von CDU, SSW und Linke in ihren Alternativanträgen gefordert – ist damit vom Tisch. Bis März 2020 soll die Stadt nun genau festlegen, was beim Thema Feuerwerke in Kiel noch geht – und was nicht.

Wie berichtet, setzt der Kooperationsantrag auf Aufklärung und Suche nach Böller-Alternativen. Kernpunkte des dreiteiligen Auftrags an die Verwaltung: eine Aufklärungskampagne über die Folgen des Böllerns für Umwelt, Mensch und Tier; der Ersatz des Kieler-Woche-Abschlussfeuerwerks ganz oder teilweise durch eine Licht und Lasershow inklusive Artistik und Projektionen sowie ein zentrales Stadtfeuerwerk zum Jahreswechsel, das Privatleuten das Abfeuern eigener Raketen erspart.

Einerseits Feinstaub, andererseits Tradition

In die Konzeptarbeit sollen die Medien- und Kunststudiengänge der Fachhochschule Kiel und der Muthesius Kunsthochschule eingebunden werden. An der Aufklärungskampagne sollen Schulen, Vereine, Organisationen und Verbände beteiligt werden.

In der Begründung nennen die drei Fraktionen die beiden Kontrapunkte der Diskussion. Einerseits Feinstaub, Abfall und Unfälle, andererseits Tradition und Freude am Feuerwerk, „weshalb ein grundsätzliches Verbot zum Zünden von Feuerwerkskörpern in Kiel nicht in Betracht kommt“.

Beschluss fiel geräuschlos ohne Diskussion

Mit einem städtischen Silvesterhöhenfeuerwerk biete die Stadt allen „die Möglichkeit, ohne eigenes Hinzutun in den Genuss eines Feuerwerks zu kommen“, heißt es in der Antragsbegründung weiter. Darin liege „die Chance, den Anteil von privatem Feuerwerk deutlich zu reduzieren“. Und es bringe die Menschen in Kiel durch ein gemeinsames „Event“ näher zusammen.

„Dies bildet einen guten Anreiz, privates Böllern in Kiel zurückzuführen“, erläuterte Jessica Kordouni im Kulturausschuss noch einmal den Hintergrund des Antrags der Ratskooperation. Ansonsten passierte der Antrag den Ausschuss weitgehend geräuschlos. Eine Aussprache zu den Unterschieden der Anträge aus den anderen Fraktionen blieb aus.

Klimanotstand in Kiel bildete Grundlage

Auch die Abstimmung brachte keine Überraschung: Mit der Stimmenmehrheit von SPD, Grünen und FDP stimmte der Ausschuss dem Antrag zu.

Noch vor der Kieler Woche 2020 soll das Konzept für einen Abschluss ohne Feuerwerk stehen. Hintergrund des Auftrags ist – wie berichtet – der „Klimanotstand“, den Kiel und andere Städte ausgerufen haben. In Konstanz, der ersten deutschen Stadt, die den „Klimanotstand“ erklärt hatte, wird beispielsweise die Abschaffung des Feuerwerks zum „Seenachtsfest“ geplant.

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