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Kiel Firmen fürchten um ihre Existenz
Kiel Firmen fürchten um ihre Existenz
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10:00 11.02.2019
Von Michael Kluth
Schlechte Luft: Der Theodor-Heuss-Ring in Kiel ist von einem Fahrverbot bedroht. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Das ergibt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel unter 135 örtlichen Unternehmen. Demnach überlegt jede fünfte Firma (21 Prozent) sogar, ihren Standort zu verlegen, wenn die entworfenen Regelungen real werden.

Drohendes Diesel-Fahrverbot

Hintergrund sind das drohende Diesel-Fahrverbot auf dem Theodor-Heuss-Ring sowie der Katalog möglicher Verkehrsmaßnahmen dagegen, die Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) für einen Luftreinhalteplan beim Umweltministerium eingereicht hat. Dazu gehören eine Sperrung von Ausfahrten der Stadtautobahn, zum Beispiel zum zentralen Waldwiesenkreisel, eine Lkw-Umleitung vom Hafen durch die Innenstadt und ein Spurwechsel für Diesel auf die linke Fahrspur. 85 Prozent der Unternehmen fürchten durch derlei Pläne eine schlechtere Erreichbarkeit.

Sperrung des Waldwiesenkreisels und Fahrspurwechsel

Der Oberbürgermeister versuchte am Wochenende, den Unternehmern ihre größten Sorgen zu nehmen. Die beiden gravierendsten Maßnahmen – Sperrung des Waldwiesenkreisels und Fahrspurwechsel – würden zuletzt und nur dann ergriffen, wenn der Luftreinhalteplan ohne sie ein generelles Diesel-Fahrverbot vorsehe. Beide waren bislang bereits für Ostern ins Auge gefasst worden. Kämpfer verabredete mit der IHK zudem eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema mit den lokalen Unternehmern. IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann begrüßte beides.

70 Prozent der Befragten erwarten sinkende Umsätze

Die schlechteste Lösung für die Unternehmen wäre laut Umfrage ein komplettes Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. 70 Prozent der Befragten erwarten in diesem Szenario ausbleibende Kundschaft sowie sinkende Umsätze und Erträge. Schon die Sperrung einzelner Ein- und Ausfahrten habe erhebliche negative Auswirkungen auf die Erreichbarkeit.

Zahlreiche Unternehmer sprechen sich gegen Umleitungen aus. Sie führten nur zu zusätzlichen Belastungen in Wohngebieten und in der Innenstadt – und nicht zu sauberer Luft. „Der Abgas-Ausstoß der Fahrzeuge würde durch Wartezeiten an Ampeln und Staus nur verstärkt“, kritisiert ein Unternehmer. Ein anderer mahnt: „Wenn es sich staut, egal ob auf dem Theodor-Heuss-Ring oder auf der Alten Lübecker Chaussee, ist mein Geschäft gestorben.“ Orlemann sagt: „Die Unternehmen fordern Maßnahmen, die das Stickoxid-Problem lösen, nicht nur verschieben.“

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