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Kiel "2000 bis 3000 Schritte mehr reichen"
Kiel "2000 bis 3000 Schritte mehr reichen"
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05:00 11.03.2019
Von Sebastian Ernst
Schon mit geringem Aufwand kann man seine Fitness steigern. Wie das geht, erklärt Sportmediziner Burkhard Weisser im Rahmen unserer Serie "Fit und Gesund". Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Wir bewegen uns viel zu wenig. Den Weg zur Arbeit legen wir bequem im Bus oder Auto zurück, statt das Fahrrad zu nehmen. Abgesehen vom Gang zum Kopierer verbringen wir auch die Zeit im Büro meist sitzend. Nach Feierabend sind Couch und Netflix deutlich verlockender als die Joggingrunde im Park.

Gesund ist das nicht, sagt Burkhard Weisser. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Sportmedizin und Hypertensiologie. Seit 14 Jahren hat er den Lehrstuhl für Sportmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne. "Der Bewegungsmangel führt zu den Hauptrisikofaktoren für Herzerkrankungen", sagt Weisser. "Er führt zu hohem Blutdruck, zu Übergewicht und, ganz besonders schlimm, zu Stoffwechselveränderungen bis hin zu Altersdiabetes."

Gründe für den Bewegungsmangel sieht Weisser vor allem in unseren Lebensumständen. "Wir bewegen uns so wenig, weil uns immer mehr Bewegung abgenommen wird", führt er aus.

Erste Erfolge schon nach 2000 Schritten mehr

Dabei ist es gar nicht notwendig, sich stundenlang im Fitnessstudio zu quälen oder für einen Marathon zu trainieren. Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben. "Die ersten Erfolge stellen sich ein, wenn man 2000 bis 3000 Schritte am Tag mehr geht als vorher", sagt Weisser. "Schon nach einiger Zeit merkt man, dass die Fitness steigt und dass man möglicherweise auch Gewicht verliert", so der Sportmediziner.

Dabei sollte man die Gewichtsabnahme gar nicht unbedingt in der Vordergrund rücken. "Gesundheitlich gesehen ist die körperliche Leistungsfähigkeit und Fitness noch wichtiger als das Körpergewicht", sagt Weisser.

Natürlich kann man auch an der Stellschraube Ernährung drehen. "Drei- bis fünfmal am Tag Obst und Gemüse, wenig Salz und allenfalls moderaten Alkoholkonsum", rät Weisser.

Kraftsport in den Alltag einbauen

Wer nicht nur mehr Schritte gehen will, kann einfache Kraftsport-Übungen in seinen Alltag einbauen. Weisser empfiehlt etwa Kniebeugen beim Zähneputzen oder Liegestützen am Geländer. Auch hier gilt: Wenig Bewegung ist besser als gar keine. Und genau dort lassen sich auch die größten Fortschritte erkennen. Wer sich vorher sehr wenig bewegt hat, wird mit einigen wenigen Übungen größere Veränderungen feststellen, als ein Leistungssportler, der sein Training um den gleichen Umfang intensiviert.

Weisser betont außerdem, dass es nie zu spät ist, sich sportlich zu betätigen. "Wir haben gelernt, dass gerade ältere Menschen, die früher keinen Sport gemacht haben, besonders profitieren. Genau wie Menschen, die schon eine Erkrankung haben."

Wie Sie sich selbst mit wenigen Übungen im Alltag fit halten können, zeigt Weisser im Rahmen unserer Serie "Fit in wenigen Minuten" in kurzen Videos. Zum Auftakt der Videoreihe geht es um das Thema Herzgesundheit. In den nächsten Tagen folgen die Themen, geistige Fitness, Rückengesundheit und gesunde Ernährung.

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