Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Warum Bloggerin Johanna Misfeldt Secondhand mag
Kiel Warum Bloggerin Johanna Misfeldt Secondhand mag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:25 13.10.2019
Von Heike Stüben
Johanna Misfeldt stöbert nicht nur regelmäßig auf dem Kieler Flohmarkt. Auch Preetz und Gettorf und vor allem Nachbarschafts- und Straßen-Flohmärkte besucht die Kielerin gerne und entdeckt immer wieder Fundstücke für ihren Blog „Mintundmeer“. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die 29-jährige Johanna Misfeldt aus Kiel ist eine routinierte Flohmarkt-Besucherin. Regelmäßig geht sie auf Flohmärktenfeilschen - und postet ihre Fundstücke später auf ihren Blog "Mintundmeer" und bei Instagram (dort hat sie mittlerweile über 40.600 Follower aus ganz Deutschland). Ihr Augenmerk liegt dabei auf Kleidung.

„Schon meine Mutter hat für mich Kleidung auf Flohmärkten gekauft. Denn als Kind litt ich unter mehreren Allergien und meine Mutter war es leid, erst aufwändig die Chemikalien aus neuen Kleidungsstücke herauszuwaschen, bevor ich sie tragen konnte“, erinnert sie sich. Als Erwachsene fing sie dann an, selbst auf Flohmärkte zu gehen – vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit.

Lesen Sie auch

Auch interessant: Influencer aus Schleswig-Holstein - Nicht beeinflussen, sondern inspirieren

„Das wurde das gemeinsame Sonntagsvergnügen für meine Mutter und mich. Heute konnte meine Mutter aber leider nicht mitkommen“, erzählt sie, während sie an einem Stand auf dem Rathausplatz in Kiel die Kleidungsstücke inspiziert.

Flohmarkt-Tipp von Johanna Misfeldt: Offen sein für Ungewohntes

„Man darf nicht wahllos zuschlagen, nichts kaufen, nur weil es so billig ist. Ich zum Beispiel suche heute warme Pullover und ein Portemonnaie.“ Sind die Pullover von Primark, aus Polyester oder Acryl kommen sie Johanna Misfeldt nicht ins Haus. "Weil ich lieber natürliche Materialien auf der Haut trage und diese grundsätzlich umweltfreundlicher sind", schreibt sie auf ihrem Blog.

Andererseits müsse man sich eine gewisse Offenheit bewahren. „Denn auf dem Flohmarkt kann man auch einmal Kleidungsstücke ausprobieren, für die man normalerweise kein Geld ausgeben würde", sagt sie. Ungewöhnliche Farben, Muster und Marken. Oder Teile, die nicht optimal sitzen. „Im Sommer habe ich solch einen Rock gekauft." Wenn die Änderung nicht klappt, ist das nicht schlimm bei dem geringen Preis. "Und wenn ich ein Teil dann doch nicht trage, dann kann ich selbst wieder verkaufen."

Ein-, zweimal im Jahr verkaufen Johanna Misfeldt und ihre Mutter selbst Sachen. Meist auf kleinen Nachbarschaftsflohmärkten. "Da ist der Aufwand nicht so hoch und ich kann meinen Hund Elli mitnehmen.“

Wichtig sei ihr auch, einen Draht zu den Verkäufern zu haben. „Da muss eine gewisse Sympathie da sein." Sie habe festgestellt, dass sie die Stücke sonst nicht trage. "Da können sie noch so schön sein.“

Besonders gefragt: Babykleidung

Bei Stephanie Pansegrau würde sie sofort kaufen. Die 33-Jährige aus Bordesholm steht am Sonntag zum ersten Mal auf dem Flohmarkt. Sie will vor allem Kindersachen loswerden, aus denen ihre Kinder herausgewachsen sind. Und obwohl an diesem Tag so wenige Menschen auf dem Flohmarkt sind, findet sie viele Kunden. Meist sind es Frauen, mit denen sie über Wolle-Strampler, Socken und Hersteller von Naturtextilien fachsimpelt.

Hier sehen Sie Bilder vom Flohmarktbummel mit Johanna Misfeldt aus Kiel.

Zwei junge Mütter erzählen, dass sie fast alles für ihre Babys aus zweiter Hand kaufen. „Nicht nur wegen des Preises, sondern auch, weil das ressourcenschonend ist. Die Kinder wachsen so schnell, da wird Kleidung gar nicht aufgetragen.“

Eine Jeans für drei Euro ist kein Risiko

Das ist auch für viele Erwachsene das Argument, sich mit gebrauchter Kleidung einzudecken. So wie die 25-jährige Lisa. Die Studentin der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften hat Interesse an einer Jeans.  Verkäuferin Chantal Jacobsen hätte gerne vier Euro. Lisa zögert. „Ich weiß ja nicht, ob die Jeans auch passt.“ „Dann gib mir drei Euro‘“, meint Chantal Jacobsen und der Handel ist perfekt. "So eine Jeans gehört doch noch nicht in den Abfall", findet die neue Besitzerin.

Die 29-jährige Verkäuferin ist auf ungewöhnliche Weise zum Flohmarkt gekommen. Im Studium hat sie sich fünf Jahre lang Geld als Flohmarkt-Aufsicht dazuverdient. Heute bietet die selbst zweimal im Jahr selbst alles an, was nicht benötigt wird. „Ich mache das immer mit meiner Oma zusammen“, sagt sie und Großmutter Christa Jacobsen nickt. Sie gehört zu einer Generation, in der Dinge, die noch intakt sind, nicht weggeworfen wurden. Dass heute viele junge Leute wieder genauso denken, freut die 83-Jährige.

Flohmark-Funde werden im Blog vorgestellt

Am Ende geht Johanna Misfeldt an diesem Sonntag ohne einen Fund nach Hause. „Macht nichts, der Weg ist das Ziel“, sagt sie. Nur die Fans ihres Blogs mintundmeer werden enttäuscht sein. Denn ihre Flohmarkt-Funde stellt die junge Frau, die sich mit Online-Marketing selbstständig gemacht, regelmäßig in dem Blog vor.

„Ich möchte damit zeigen, dass das Image, Kleidung vom Flohmarkt sei immer oll, kaputt und verschlissen, nicht stimmt. Wenn man sucht, kann man für wenig Geld sehr gute Qualität finden“, sagt und zeigt auf ihren hellen, weichen Wollpullover in traditionellem Zopfmuster. Den hat sie gerade für 20 Euro auf einem Flohmarkt in Amsterdam gefunden.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit in Kiel finden Sie hier

Tief durchatmen musste Mark Hungerecker nach dem knappen 3:2-Heimerfolg gegen das abgeschlagene Schlusslicht SG Neustrand. Für den SVE Comet Kiel war es nach fünf sieglosen Spielen der erste Erfolg, der dem Osteruferteam, das nun fünf Punkte Abstand zur Abstiegszone hat, etwas Luft verschafft.

Michael Felke 13.10.2019

Am Ende gab es für Inter Türkspor Kiel nichts zu bestellen. Die Kieler unterliegen dem Spitzenteam 1. FC Phönix Lübeck mit 0:5 und rangieren in der Oberliga weiter auf einem Abstiegsplatz. Dabei war das Ostuferteam den hoch gehandelten Lübeckern gut eine Stunde durchaus ebenbürtig.

Michael Felke 13.10.2019
Kiel Segler "Thor Heyerdahl" Werftcheck vor der Karibik-Reise

Am 19. Oktober ist es wieder soweit: Der Kieler Großsegler "Thor Heyerdahl" startet zur großen Karibik-Reise. Damit das Schiff dabei topfit ist, wird es bis Freitag in Gaarden überholt.

Frank Behling 13.10.2019