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Kiel Florian Hacke gewinnt SH-Meisterschaft
Kiel Florian Hacke gewinnt SH-Meisterschaft
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07:16 14.06.2019
Von Thorben Bull
Florian Hacke hat das Poetry Slam-Landesfinale im Kieler Kulturforum erneut gewonnen. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Die einzige schlechte Nachricht im aufgeheizten Kulturforum vorweg. „Die Lüftung ist ausgefallen“, berichtet Moderator Björn Högsdal. Die beste Nachricht hört am Ende des Abends Florian Hacke, der als Titelverteidiger im Herbst nach Berlin reisen wird. Dafür setzt er sich in der Vorrunde gegen Anna Bartling durch.

Hacke nutzt die Angriffsfläche bietenden Begriffe aus der Medienlandschaft gnadenlos aus. Da wären die „Helikopter-Eltern“, was bei Hacke zum Hass auf „Mami-Blogs“ führt, sagen diese doch von „Hashtags“ umringt aus: „Schaut mal, wie toll alles bei uns ist.“

So wie Hacke den Schein der Unterhaltungsindustrie entlarvt, hätte ebenso Anna Bartling den Finaleinzug verdient. Mit ihrer Idee, ihrem eigenen 15-jährigen Ich nach Tagebuchlektüre von damals einen Brief zu schreiben, lässt sie persönlich tief blicken. Etwa bleiben Selbstvorwürfe nicht aus, doch auch die erleichternde Erkenntnis die damaligen Pläne nicht verwirklicht zu haben.

Texte mit Herz, Seele und Humor

Sein Text über Neid katapultiert Lennart Hamann in die Endrunde. Dabei nimmt er die Rolle des weißen, mittelständischen Mannes ein, der am Stammtisch motzend nach unten tritt, spannt so den Bogen zur Flüchtlingspolitik, bis er in der Pointe zum Perspektivwechsel anregt.

An Herz und Seele geht der Text von Konkurrentin Carina Hansen über die Frage nach Heimat samt feinfühligen Beobachtungen: „Wenn man weiß, dass die Treppe 28 Stufen hat und die vierte knarzt.“

Dass für Felix Treder der Weg ins Finale führt, ist anhand seines gewitzt ausgeklügelten Städtenamentextes und der hellen Freude des Publikums an selbigen abzusehen. Sätze wie „Wismar mit vor die Tür“ oder „Dresden Hahn zu“ folgen im Dauerfeuer bis Treder gar am Rap kratzt.

Doch in der Schlussrunde ist kein Wort gegen Florian Hacke gewachsen. Der simple Satz seiner dreijährigen Tochter „Papa, du bist schön“ veranlasst Hacke zu einer Rückschau auf seine von Mobbing geprägte Schulzeit. Vom bissigen Humor seines ersten Textes fehlt hier jede Spur. Für Wandelbarkeit, Eloquenz, hohes Maß an Empathie und nicht zuletzt folgender Pointe, gibt es von der Jury die meisten Punkte: „Seinen nächsten kann nur lieben, wer sich selbst auch mag.“

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