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Kiel Kiel schließt Unterkünfte bis 2023
Kiel Kiel schließt Unterkünfte bis 2023
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10:54 21.05.2019
Von Anne Holbach
In Schilksee ist das Containerdorf schon geschlossen und wird abgebaut. Quelle: Frank Peter
Kiel

„Das wird den Wohnungsmarkt schon vor Herausforderungen stellen“, sagt Alexander Blažek von Haus und Grund.

Natürlich werde das zur Folge haben, dass kurzfristig bezahlbare Wohnungen noch schwieriger zu finden seien, erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen. „Nur weil die Flüchtlinge nach und nach mit Wohnraum versorgt werden sollen, wird das Problem nicht gelöst.“ Die Stadt müsse ihre Anstrengungen verstärken, mehr Quartiere für bezahlbaren Wohnraum auszuweisen.

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Im ländlichen Raum wurde eher dezentral untergebracht

Im ländlichen Raum habe ein Großteil der Gemeinden von Anfang an auf dezentrale Unterbringung gesetzt, sagt Gemeindetags-Chef Jörg Bülow. Dort wo es größere Sammelunterkünfte gab, seien diese aus Kostengründen häufig schon abgebaut worden.

Immobilien sollen verkauft werden

Gerade dabei ist das Amt Lütjenburg, das 2016 ein altes Schullandheim in Hohwacht gekauft hatte – mit Platz für 50 bis 70 Menschen. Weil die Immobilie längst nicht mehr ausgelastet ist, soll sie veräußert werden. Auch der Kreis Segeberg will sich bis Ende 2019 von einem ehemaligen Gasthof in Warder trennen, wo 100 Flüchtlinge unterkamen.

Wohnungsmarkt in vielen Gemeinden dicht

„Es gibt einige Gemeinden, die nach wie vor Unterkünfte finanzieren müssen, die gar nicht mehr voll sind“, sagt Bülow. Das liege zum Teil an langen Mietverträgen. Aus den Ämtern ist zu hören, dass viele nicht darauf verzichten können, weil die Flüchtlinge auf dem freien Markt keine Bleibe finden.

Die Unterkunft in Surendorf ist beispielsweise nur noch zu etwa 50 Prozent belegt. „Wir werden sie trotzdem wahrscheinlich noch dieses Jahr weiter nutzen müssen“, sagt Sönke Paulsen, Vorsteher des Amtes Dänischenhagen. Der Wohnungsmarkt sei einfach zu dicht. Auch Kaltenkirchen hält aus diesem Grund an zwei Unterkünften fest.

Achterwehr baut neue Gebäude nach Kieler Modell

Im Amt Achterwehr sollen sogar neue Gebäude für Flüchtlinge entstehen. Hier laufen Mietverträge für Sammelunterkünfte aus. Weil die knapp 100 Flüchtlinge im Gebiet aber ein Dach über dem Kopf brauchen, hat sich das Amt entschieden, neu zu bauen. Eine ähnliche Lösung hat Bad Bramstedt gefunden, wo zwei Gebäude entstanden sind.

In Erstaufnahmen leben 1550 Menschen

Aus dem Innenministerium heißt es, man sei überzeugt, dass die Kommunen ihre verbliebenen Unterkünfte „sehr behutsam und mit Blick auf die jeweilige Lage am Wohnungsmarkt bewirtschaften“.

Das gelte auch im Hinblick darauf, für eventuell wieder steigende Flüchtlingszahlen Vorsorge zu treffen. In den drei Erstaufnahmen des Landes leben aktuell rund 1550 Menschen. In Rendsburg sind 448 Flüchtlinge untergebracht, in Boostedt 506 und in Neumünster 591.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema von Autorin Anne Holbach.

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