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Kiel Beim Thema Flughafen flogen die Fetzen
Kiel Beim Thema Flughafen flogen die Fetzen
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07:01 17.03.2018
Von Jürgen Küppers
Da kann Fluglotse Bernd Ahmling noch so intensiv durchs Fernglas schauen: Trotzdem ist derzeit noch kein Plan in Sicht, wie es mit dem Flughafen Holtenau weitergehen könnte. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Dabei waren die Pro- und Kontra-Kernargumente nicht neu. Für den Weiterbetrieb spricht aus Sicht von SPD, CDU, FDP und SSW der Erhalt von Arbeitsplätzen dort ansässiger Betriebe mit der Chance auf Wachstum, der Standortfaktor des Flughafens für Unternehmen sowie die mitunter lebensrettende Landemöglichkeit für Flugzeuge mit Organen zur Transplantation.

Die Grünen sowie das Bündnis „Wir machen Stadt“ hielten ihre Begründung einer Alternativnutzung des 100 Hektar großen Flughafengeländes im 90prozentigen Besitz der Stadt für stärker: Linderung der Wohnungsnot durch Bau von bis zu 1800 Wohneinheiten mit 30prozentigem Anteil von Sozialwohnungen, Neuansiedlung von Unternehmen durch Schaffung von Gewerbeflächen, Steigerung von Einnahmen der Stadt durch mehr Gewerbesteuern oder höhere Zuweisungen Landes aus dem Gemeindefinanzausgleich.

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Grünen-Fraktion fühlte sich übergangen und überrumpelt

Die Gegner einer solchen Umnutzung erhielten vor Beginn der eigentlichen Diskussion jedoch von unerwarteter Seite Schützenhilfe. So stimmte die Ratsmehrheit dafür, dass Vertreter der IHK (Martin Kruse) und des Uni-Klinikums (Prof. Felix Braun) in ihren Redebeiträgen die Bedeutung des Flughafens für Wirtschaft und Transplantationsmedizin hervorheben durften.

Doch damit nicht genug: SPD, CDU und SSW brachten ihren Ergänzungsantrag durch, mit 50000 Euro aus städtischem Haushalt für den Erhalt des Flughafens öffentlich im Internet und mit Printmedien zu werben. Begründung: stimmberechtigte Bürger sollten vor der Abstimmung Gelegenheit erhalten, „sich von den positiven Effekten des Erhalts des Verkehrslandeplatzes Holtenau für die Stadt zu überzeugen“.

Die Grünen-Fraktion fühlte sich davon überrumpelt und umgangen. Bis zuletzt sei der Auftritt der externen Experten geheimgehalten und nicht wie sonst üblich am Tag zuvor im Ältestenrat beschlossen worden.

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