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Kiel Vom Kieler Airport hängen Leben ab
Kiel Vom Kieler Airport hängen Leben ab
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08:00 25.03.2018
Von Christian Trutschel
2017 gab es am Flughafen Holtenau insgesamt 62 Ambulanzflüge, davon vier für Herztransplantationen. Quelle: Flughafen Holtenau
Kiel / hfr

„Wir sind außerordentlich dankbar, dass wir den Flughafen haben“, sagt etwa Prof. Felix Braun, Leiter Klinische Transplantation. Herzchirurg PD Dr. Assad Haneya: „Für uns ist es eine sehr große Hilfe, den Flughafen Kiel zu erhalten. Er erspart uns eine Stunde Zeit.“

Jedes Organ (Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz, Lunge) kann nicht durchblutet nur eine bestimmte Zeit lang ohne Schäden überstehen. Am kürzesten ist diese kalte Ischämie-Zeit beim Herzen: vier, in Ausnahmefällen bis maximal fünf Stunden. Diese Zeit hängt immer auch von der Qualität des einzelnen Organs ab.

Die Organtransport-Flüge nach Kiel beziffern Felix Braun und die Transplantationskoordinatorin am UKSH, Micaela Hippe, mit 9 (2012), 23 (2013), 17 (2014), 17 (2015), 26 (2016) und 21 (2017).

Nach Angaben Assad Haneyas gab es 2016 sieben Herztransplantationen in Kiel, davon fünf mit Landung in Kiel, und 2017 fünf Herztransplantationen, davon vier mit Landung in Kiel.

Micaela Hippe: „Die Flughafen-Mitarbeiter sind immer kooperativ und für uns da, aber aufgrund der Personalkapazität, vorgeschriebenen Arbeits- und Ruhezeiten ist es leider nicht immer möglich.“

Herzchirurg Assad Haneya: „Vor Kurzem bekamen wir abends ein Herz in Aachen angeboten, und bei uns wartete eine sehr junge Patientin auf ein Spenderherz.“ Doch der Flughafen Aachen-Maastricht ist in einer ähnlichen Situation wie derjenige in Kiel und hatte wie dieser bereits geschlossen.

Die Autofahrt mit dem entnommenen Herzen hätte etwa eine Stunde gedauert. Dazu wären eine reine Flugzeit von minimal 45 Minuten von Köln-Bonn nach Hamburg gekommen plus minimal eine Stunde Blaulichtfahrt von Fuhlsbüttel zum UKSH Kiel.

Das erschien den Kieler Spezialisten zu knapp. „Wenn wir von Kiel aus und nach Kiel hätten fliegen können, hätten wir dieses Herz geholt“, sagt Haneya und fügt etwas betrübt hinzu: „Mindestens einmal im Monat kann man eine Transplantation nicht realisieren, weil die Ischämie-Zeit nicht passt.“

Weil Augenzeugen einen Mann mit Waffe am Kieler Hauptbahnhof gesehen haben und die Polizei alarmierten, durchsuchen Beamte der Kieler Polizei und der Bundespolizei seit 19.25 Uhr das Gelände rund um den Bahnhof. Laut Pressesprecher Matthias Felsch gehe man davon aus, dass keine Gefahr besteht.

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