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Kiel Mia Keller mit Foodblog erfolgreich
Kiel Mia Keller mit Foodblog erfolgreich
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08:00 05.05.2019
Von Kristiane Backheuer
Mit schnellen und einfachen Rezepten für die Feierabendküche begeistert Foodbloggerin Mia Keller ihre Leser. Bis zu 580.000 Menschen besuchen sie und ihren Blog im Monat. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Kleine Warnung vorweg: Bloß nicht hungrig auf den Foodblog von Mia Keller gehen. Das Internetportal unter dem Namen „Kochkarussell“ macht dermaßen Appetit, dass man sofort loskochen möchte. Schnelle Westernpfanne. Einfaches Erdbeer-Bananenbrot. Apfel-Zimt-Porridge mit Hirse. Cremiges Honig-Senf-Hähnchen mit Bacon.

Jedes Rezept liest sich grandios. Das finden auch die Leser. 580 000 Menschen lassen sich jeden Monat von den Kochideen der Wahl-Kielerin inspirieren. Wie schafft man das? „Vermutlich, weil ich Essen liebe“, sagt Mia Keller lachend. „Essen ist einfach meine Leidenschaft. Darüber könnte ich stundenlang reden.“ 

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In der nagelneuen Gemeinschaftsküche des Fleet 7 hat Mia Keller schon einiges vorbereitet. Hier in der Kieler Innenstadt hat sie sich einen Platz im „Coworking-Space“ gemietet. Hier entstehen ihre Texte.

„Die Fotos mache ich bei mir zu Hause“, sagt sie. Zusammen mit ihrem Freund wohnt sie am Ravensberg. Neuester Zuwachs dort ist die sieben Monate alte Labrador-Hündin „Lotta“.

Die Foodbloggerin zeigt, wie man Wow-Nudelsalat macht

Heute will die Foodbloggerin zeigen, wie einfach Nudelsalat ist und verrät gleich einen Trick: „Die Zutat, die aus durchschnittlichem Ganz-Okay-Nudelsalat verrückt guten Nudelsalat macht, sind passierte Tomaten“, sagt sie begeistert. „Ist das nicht absolut genial? Die passierten Tomaten kommen mit ins normale Olivenöl-Balsamico-Dressing. Als ich das das erste Mal probiert hab’, war ich absolut geflasht.“

Dazu kommen neben den Nudeln noch getrocknete Tomaten, Cherrytomaten, Rucola und Mozzarella. „Fertig ist ein echter Wow-Salat“, sagt die 26-Jährige.

Als Kind hat sie Kochshows und Kochbücher verschlungen

Ob sie schon immer gerne gekocht hat? Mia Keller muss lachen: „Eigentlich esse ich viel lieber.“ Aber schon als Kind habe sie Kochshows und Kochbücher verschlungen. Damals wohnt sie noch mit ihrem jüngeren Bruder und den Eltern, beide Naturwissenschaftler, in Hamburg.

Fürs Studium zieht sie nach Kiel. Ökotrophologin ist ihr Ziel. Nach dem zweiten Semester richtet sie im Internet ihren eigenen Blog ein. „Heute ist alles deutlich einfacher“, sagt sie. 

„Ich habe sehr viel gegoogelt, hatte unheimlich viel Arbeit.“ Aber schnell werden ihre Leser immer mehr. Das „Kochkarussell“ läuft. Das Studium auch. Ihre Masterarbeit schreibt sie Ende 2017. Dann steht sie vor der Frage: Und nun?

„Da hab’ ich einfach gewagt, das zu tun, was ich am liebsten tun würde“, sagt sie lachend. Einfach für ihre treuen Leser weiterkochen. 

Rezeptideen hat sie genug. „Je mehr ich mache, desto mehr fällt mir ein“, sagt sie. Zettel und Stift hat sie immer parat. Auch neben dem Bett und natürlich am Esstisch.

Die schnelle und einfache Feierabendküche

„Meine Küche ist eine schnelle und einfache Feierabendküche, die sich aus Studentenzeiten heraus entwickelt hat.“ Was Mia Keller kocht, darf höchstens zehn Zutaten haben oder nicht mehr als 30 Minuten Vorbereitungszeit kosten.

Ihre Follower, die im Schnitt zwischen 25 und 34 Jahre alt sind, danken es ihr. Denn sie bekommen gezeigt, dass wirklich jeder Leckeres kochen kann.

Mia Kellers Augen blitzen, und sie fängt an, von Räuchertofu zu schwärmen. Sie erzählt von Gnocchi, die sie zusammen mit frischem Gemüse, Knoblauch, Olivenöl und Kräutern im Ofen backt und am Ende mit Parmesan bestreut. „Wichtig sind gute Grundzutaten“, sagt sie. 

Der Erfolg des "Kochkarussells" bleibt auch Lebensmittelfirmen nicht verborgen

Der Erfolg vom „Kochkarussell“ bleibt auch Lebensmittelfirmen und Unternehmen nicht verborgen. Sie schalten inzwischen Anzeigen auf ihrem Blog oder bitten um Produktplatzierungen. „Ich würde aber nie etwas verwenden, was ich nicht mag oder wo ich nicht hinterstehe“, sagt sie.

Als weiteres Standbein coacht sie andere Blogger. Aber zurück zum Kochen: Ihre Blogbeiträge sind oft so genial, dass sie gerne auch mal geklaut werden und dann beispielsweise bei Pinterest ohne Hinweis aufs „Kochkarussell“ wieder auftauchen. „Da versuche ich gar nicht dran zu denken“, sagt sie und wirkt das erste Mal ein wenig hilflos.

Im nächsten Moment holen sie aber die Tomaten und Nudeln für den Salat wieder zurück ins fröhliche Leben. Während sie alles mischt, erzählt sie, dass sie jeden Tag Nachrichten, Fotos und Mails von Menschen bekommt, die ihre Rezepte nachkochen. „Ist das nicht verrückt?“ Wer einmal auf ihrem Blog war, weiß: Das ist nicht verrückt. Sondern einfach nur ein Zeichen dafür, dass gutes Essen so glücklich macht, dass man das unbedingt der Rezepte-Erfinderin mitteilen will. 

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