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Kiel Forscher empfehlen O-Saft zum Essen
Kiel Forscher empfehlen O-Saft zum Essen
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08:00 04.07.2018
Von Martina Drexler
Zucker im Orangensaft: Forscher der Universitäten Hohenheim und Kiel geben Entwarnung. Dennoch weisen sie darauf hin, dass hoher Saftkonsum zwischen den Mahlzeiten dick machen kann. Quelle: Sacha Dauphin
Kiel

Ein Glas Fruchtsaft pro Tag sei zu empfehlen, da dieser von Natur aus nicht nur Zucker, sondern auch Vitamine, Polyphenole, Mineral- und Ballaststoffe enthalte und somit eine wertvolle Ergänzung der Ernährung darstelle, betonen die Studienleiter, Prof. Reinhold Carle von der Universität Hohenheim und Prof. Anja Bosy-Westphal von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Cross-over-Studie mit O-Saft und Cola

An den Studien nahmen 26 junge, gesunde Frauen und Männer teil, die 20 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über zwei Wochen entweder mit koffeinfreier Cola oder mit Orangensaft deckten. „Bei dem Saft waren das bei den meisten Probanden rund 1,2 Liter, bei Cola etwa ein Liter täglich“, erklärt Carle. Im Sinne einer sogenannten Cross-over-Studie gab es für die Teilnehmer nach den ersten 14 Tagen eine Woche keinen O-Saft oder zuckrige Getränke mehr, dann stiegen die Orangensaft-Trinker auf Cola um und umgekehrt.

In der ersten Studie stand die Frage im Mittelpunkt, wie Cola bzw. Orangensaft die Harnsäure beeinflusst, die für das zunehmende Auftreten von Gichterkrankungen in den Industrienationen verantwortlich gemacht wird. Das Ergebnis: „Auch bei diesem sehr hohen Konsum führte Orangensaft im Unterschied zu Cola zu keiner Beeinträchtigung des Glukosestoffwechsels, und der Harnsäurespiegel wurde sogar signifikant gesenkt,“ erläutert die Ernährungsmedizinerin Bosy-Westphal und führt dies auf die Vitamin C-Aufnahme durch den Orangensaft als auch dessen Gehalt an Flavonoiden, insbesondere Hesperidin, zurück.

Zwischen den Mahlzeiten macht der Saft dick

Bei der zweiten Studie deckten die Probanden ebenfalls 20 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über Orangensaft – doch diesmal tranken sie zunächst zwei Wochen lang dreimal täglich 400 ml Orangensaft zu den drei Mahlzeiten, das andere Mal nahmen sie den Saft zwischen den Mahlzeiten zu sich. „Wir konnten zeigen, dass ein hoher Orangensaft-Konsum zwischen den Mahlzeiten dick macht. Also gilt die Empfehlung nur für den Konsum in Maßen zum Frühstück, Mittag- und Abendessen“, erläutert die Kieler Wissenschaftlerin. „Zum Essen getrunken, verringert der Saft die spontane Energieaufnahme mit der Mahlzeit entsprechend und passt sie an.“

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