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Kiel Pflanzenschutz für Algen aus Kiel
Kiel Pflanzenschutz für Algen aus Kiel
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11:25 11.01.2019
Zuckertang wird aus der Kieler Förde gezogen. Ein deutsch-chinesisches Forscherteam unter Koordination des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung hat jetzt einen biologischen Pflanzenschutz für die Meeresalgen entwickelt. Den Kieler Wissenschaftlern und ihren Kollegen von der Ocean University of China in Qingdao gelang es, Seetang in Offshore-Farmen ohne Chemie wirksam vor bestimmten Krankheitserregern zu schützen, wie Feldversuche ergaben.  Quelle: Esther Rickert/Geomar/dpa
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In der asiatischen Küche landet Seetang traditionell auf den Tellern der Feinschmecker. Dafür werden besonders in China nach Angaben des Bundesverbands Aquakultur Millionen Tonnen Braunalgen in Unterwasser-Farmen produziert. Ein deutsch-chinesisches Forscherteam unter Koordination des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung hat jetzt einen biologischen Pflanzenschutz für die Meeresalgen entwickelt. Den Kieler Wissenschaftlern und ihren Kollegen von der Ocean University of China in Qingdao gelang es, Seetang in Offshore-Farmen ohne Chemie wirksam vor bestimmten Krankheitserregern zu schützen, wie Feldversuche ergaben.

Hintergrund ist, dass Algen in einer Monokultur anfällig sind für Krankheiten und Parasiten. Doch der in konventioneller Landwirtschaft übliche Einsatz von Bioziden zur Bekämpfung von Pilzen und anderen Schadorganismen ist in Offshore-Farmen kaum geeignet, sagte Geomar-Sprecher Andreas Villwock. "Die Wirkstoffe werden zu schnell durch Wellen und Strömungen im Meer verdünnt, was den Einsatz solcher giftigen Verbindungen unwirtschaftlich macht und zugleich die Küstenumwelt gefährdet."

Methode wird weiterentwickelt

In Feldversuchen in der Kieler Förde und in China konnten die Wissenschaftler jetzt nachweisen, dass die gezielte Aktivierung der natürlichen Immunabwehr den Befall des Seetangs mit parasitischen Mikroalgen sowie die Dichte von Bakterien auf der Algenoberfläche reduzierte.

Zugleich stieg jedoch die Zahl der Seepocken und anderer Aufwuchsorganismen auf den Algen. Ein unerwünschter Nebeneffekt, der wahrscheinlich direkt mit der Reduktion des bakteriellen Bewuchses auf der Algenoberfläche in Zusammenhang steht, vermutet Projektleiter Florian Weinberger. "Wenn es uns eines Tages gelingt, Signalstoffe zu finden, die selektivere Abwehrreaktionen in den Algen auslösen, so dass nicht alle, sondern nur die unerwünschten Mikroorganismen eliminiert werden, kann die Methode noch deutlich hilfreicher sein. Aber schon heute lässt sie es zu, Verluste von Keimlingen zu reduzieren."

Die Studie wurde vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und mit den Partnerunternehmen Coastal Research and Management in Kiel und Weihai Changqing Ocean Science & Technology Co. Ltd. in Rongcheng (China) durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der internationalen Fachzeitschrift Journal of Applied Phycology veröffentlicht.

Von dpa

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