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Kiel Osteoporose: Test aus Kiel soll helfen
Kiel Osteoporose: Test aus Kiel soll helfen
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20:30 30.08.2018
Von Martina Drexler
Geschäftsführer Dr. Stefan Kloth, Prof. Anton Eisenhauer und Dr. Michael Müller (von links), leitender Oberarzt an der Uni-Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, gründeten die Osteolabs-Gesellschaft. Bei einer Festveranstaltung stellten sie ihre neuen Verfahren und Tests zur Früherkennung von Osteoporose vor. Quelle: Sven Janssen
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Möglich machte diesen ungewöhnlichen Technologietransfer nach Aussagen von Geomar-Direktor Prof. Peter Herzig erst die Einbindung der Meeresforscher in die Helmholtz-Gemeinschaft. Sie stiftete zwei Millionen Euro für das Projekt: Es waren Korallen, die den Geomar-Geochemiker Prof. Anton Eisenhauer vor acht Jahren auf die Spur brachte, einen Zusammenhang zwischen der Kalzium-Bildung mariner Organismen und beim Menschen herzustellen. Ist der menschliche Kalzium-Haushalt aus den Fugen geraten, bauen sich die Knochen oft unbemerkt ab.

Neue Methode unterstützt Früherkennung und Therapie

Doch misst man die charakteristische Kalzium-Zusammensetzung im Urin und Blut, kann sie verraten, ob und wie weit der Schwund fortgeschritten ist. Mit den herkömmlichen Verfahren (DXA), die mit Röntgenstrahlen die Dichte bestimmen, wird der Abbau oft erst dann diagnostiziert, wenn die Krankheit schon starke Schmerzen oder einen Bruch verursacht hat. Die neue Analysemethode kann laut Eisenhauer dagegen auch im Krankheitsfall den Therapieerfolg messbar machen, um eine maßgeschneiderte Behandlungsstrategie  sicherzustellen.

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7,8 Millionen Deutsche an Knochenschwund erkrankt

Eisenhauer und dem heutigen Geschäftsführer des Osteolabs, Dr. Stefan Kloth, gelang es, den Leitenden Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Uni-Klinikum, Dr. Michael Müller, für die Entwicklung des Testverfahrens zu gewinnen. Mittlerweile seien 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer an Osteoporose in Deutschland erkrankt, führte er auf der Geomar-Feier zur Taufe des Unternehmens aus. Etwa ein Fünftel werde nach einem Bruch zum Pflegefall. Mit der neuen Methode lässt sich seiner Einschätzung nach "röntgenfrei und risikofrei" schon fünf bis zehn Jahre früher erkennen, ob die Struktur des Skeletts brüchig zu werden droht.  Ein Test-Kit gibt es für Arztpraxen, Patienten können aber auch einen derzeit noch 299 Euro teuren Test zu Hause anwenden und eine Urinprobe an Labore schicken (Informationen unter www.osteolabs.de).

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