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Kiel Kieler Labor für die Demokratie
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14:17 08.02.2020
Mit Bildungsministerin Karin Prien diskutierten Schüler des RBZ Technik über Klimawandel und Politik. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Bei der offiziellen Eröffnung des neuen Themenlabors Demokratiewerk in der Kieler Forschungswerkstatt sah sich auch Bildungsministerin Karin Prien um. Das Ministerium hat das Projekt mit der Werkstatt und dem Institut für Sozialwissenschaft-Politikwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) entwickelt und mit 25 000 Euro finanziert. „Obwohl viele Jugendliche zum Beispiel für das Thema Klimawandel sensibilisiert sind und dafür auf die Straße gehen, heißt das noch lange nicht, dass sie Zugang zur konkreten politischen Umsetzung haben. Wir geben Jugendlichen hier die Möglichkeit, Demokratie und die eigene Wirksamkeit zu erleben,“ sagte Prien bei der Eröffnung. 

Dimensionen der Demokratie

Mittel- und Oberstufenklassen können sich in dem neuen Labor mit verschiedenen Dimensionen von Demokratie beschäftigen. Sie lernen, unterschiedliche Interessensgruppen zu verstehen und erfahren, wie sie sich in der Gesellschaft beteiligen können. Besonders an dem neuen Labor ist, dass die Schüler das auf verschiedenen Ebenen erleben. An einer Station versuchten die Zwölftklässler, mit selbst gedrehten Videos ihre Altersgenossen vom einem nachhaltigen Lebensstil zu überzeugen. Die zweite Gruppe simulierte eine Schulkonferenz, in der Vertreter der Schülerschaft mit Lehrern und Eltern einen Kompromiss für Flugreisen finden müssen. In der letzten Station stellten die Schüler einen Fachausschuss des Bundesrates nach. „Ich fand es interessant, denn man kriegt sonst nicht mit, was hinter den Kulissen des Bundestags und Bundesrats passiert. Es ist wichtig zu wissen, was vor sich geht“, sagte Marcel Just (18) vom RBZ. 

"Wir brauchen Demokratiebildung"

Auch CAU-Vizepräsidentin Prof. Ilka Parchmann freut sich über das nun bereits elfte Themenlabor der Werkstatt. „Wir haben heute eines der wichtigsten Labore eröffnet. In den letzten Tagen gab es Anlässe, die zeigen, dass wir eine Demokratiebildung brauchen“, sagte sie. Andreas Lutter, Professor für Wirtschaft, Politik und ihre Didaktik an der CAU, ergänzte: „Es ist enorm wichtig, dass Jugendliche lernen, ihre Anliegen auszudrücken. Wir möchten mit Euch Wege demokratischer Partizipation entdecken.“

Die 2012 gegründete Forschungswerkstatt bietet eine Mischung natur- und geisteswissenschaftlicher Themenlabore an. Das Ziel hinter dem neuen Schülerlabor ist, dass auch die naturwissenschaftlichen Themen mit demokratische Aspekten verknüpft werden können. Durch die enge Kooperation mit dem Institut für Sozalwissenschaften soll auch erforscht werden, wie Demokratiebildung verbessert werden kann. Schulklassen können sich ab sofort für das kostenlose Angebot anmelden. 

Von Inga Schönfeldt

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