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Kiel Die Wünsche der Kinder aus Hatay
Kiel Die Wünsche der Kinder aus Hatay
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10:45 18.10.2019
Von Jennifer Ruske
Pflegen die Partnerschaft mit Kiels Partnerstadt Hatay/Antakya in der Türkei (von links): Ev Pagel, Klaus Onnasch und Ulrich Kuder vom Kieler Arbeitskreis Brückenbauen. In der Ausstellung zeigen sie eigene Bilder und Zeichnungen von Kindern aus Hatay. Quelle: Jennifer Ruske
Kiel

Sie haben sich der Freundschaft und der Pflege der guten Beziehungen zwischen den Partnerstädten Kiel und Hatay im Süden der Türkei verschrieben: Klaus Onnasch, Ev Pagel und andere Mitglieder des Kieler Arbeitskreises Brückenbauen besuchen regelmäßig die Region an der Grenze zu Syrien. Ihre Eindrücke haben sie in Fotos festgehalten. Die präsentieren sie jetzt in einer Ausstellung im Birgitta-Thomas-Haus in Mettenhof. Eröffnet wird diese am Freitag, 18. Oktober, um 17 Uhr.

Städtepartnerschaft seit 2012

Seit 2012 gibt es die Städtepartnerschaft mit Antakya (213 000 Einwohner) in der Türkei. Im Zuge einer Gebietsreform 2014 wurde die Stadt mit der Provinz Hatay zur 1,5-Millionen-Einwohner zählenden Großstadt Hatay zusammengelegt. Und die ist regelmäßig das Ziel der Kieler Besucher. „Hatay ist nicht nur eine wunderschöne Stadt, in der mit der St.-Petrus-Grotte unter anderem die älteste Kirche der Welt steht. Sie ist auch eine unglaublich liberale Stadt, in der die Menschen mit verschiedenem Glaubens gut zusammenleben“, schwärmen Pastor Klaus Onnasch, Ev Pagel und Professor Ulrich Kuder. Im Frühjahr waren sie wieder dort. Dabei stand insbesondere der Kontakt zu Menschen unterschiedlicher Religionen im Vordergrund: „Die Bevölkerung besteht überwiegend aus türkischen Muslimen, daneben gibt es Christen, Juden und Alawiten, die sich zu den wichtigsten religiösen Festen gegenseitig gratulieren und besuchen“, berichten die Kieler begeistert über das dortige selbstverständliche Miteinander.

Auch Bilder einer Ausstellung aus Aalen sind dabei

„Davon können wir uns in Deutschland in heutiger Zeit durchaus eine Scheibe abschneiden“, sagt Onnasch, noch ganz beseelt von den Eindrücken und Erlebnissen der Reise. Die will der Arbeitskreis Brückenbauen jetzt durch die Fotoausstellung mit den Kielern teilen. Knapp 60 Bilder haben Onnasch und seine Kollegen für die Ausstellung ausgewählt. „Viele davon stammen von uns, andere sind Teil der Aalener Ausstellung ‚Kriegskinder‘, die wir zeigen dürfen“, erklärt Onnasch. Die Stadt Aalen, ebenfalls Partnerstadt Antakyas, unterstützt die Kieler Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Kiel, dem Interreligiösen Arbeitskreis Kiel, der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Kiel und der Stadt Kiel entstand. 

Zeichnungen von Flüchtlingskindern

Zeichnungen von Flüchtlingskindern, die aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien in die Türkei geflohen sind und in Hatay leben, sind ebenfalls Teil der Ausstellung im ökumenischen Zentrum Kiels. Entstanden sind die Bilder als Dankeschön an die Kieler, die 2014/15 bei der Aktion „Hilfe für Hatay“ insgesamt etwa 130.000 Euro gespendet haben, mit denen eine Grundschule für die Flüchtlingskinder gebaut werden konnte. Auch diese Einrichtung besuchten Onnasch, Pagel und Kuder: „Die Dankbarkeit über die Spende aus Kiel ist sehr groß“, sagt Onnasch.

Wunsch nach Frieden

Das zeigt sich auch in den Zeichnungen der Kinder: Die Schule und der 2018 eröffnete Spielplatz sind immer wieder auf den Bildern zu sehen – sie sind der sichere Ort für die Kriegskinder, in deren Familie der Konflikt im Heimatland ständig präsent ist. „Es verwundert daher nicht, dass auch Friedenstauben immer wieder auf den Bildern auftauchen“, sagt Onnasch. „Frieden und die Rückkehr nach Hause ist für die Kinder in diesen Zeiten der größte Wunsch.“ Begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre über Hatay und die Städtepartnerschaft mit Kiel erschienen. Das kostenlose Heft ist während der Ausstellung erhältlich.

Mehr Infos: Fotoausstellung Hatay/Antakya, 18. Oktober bis 10. November. Birgitta-Thomas-Haus, Skandinaviendamm 350, Mettenhof. Eröffnung am Freitag, 18. Oktober, 17 Uhr. Öffnungszeiten dienstags, donnerstags und freitags 9 bis 11 Uhr, mittwochs 16 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen während der Gottesdienstzeiten. Vom 23. bis 28. Februar 2020 wird die Ausstellung in der Nikolaikirche am Alten Markt zu sehen sein.

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