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Kiel Betroffene warnt vor falschen Anzeigen
Kiel Betroffene warnt vor falschen Anzeigen
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06:00 23.04.2019
Von Steffen Müller
Bevor der Mietvertrag nicht unterschrieben ist und die Wohnungsschlüssel ausgehändigt wurden, sollte  kein Geld an die Vermieter bezahlt werden. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Gerade noch rechtzeitig konnte Bianca Nissen verhindern, Opfer von Betrügern zu werden. Die junge Frau, die mit ihrem echten Namen nicht an die Öffentlichkeit gehen möchte, da sie den Betrügern ihre Kontaktdaten genannt hat, will aus beruflichen Gründen nach Kiel ziehen und die Zeit drängt. Deshalb ist Nissen bereit, eine Wohnung zu mieten, die sie nur von Bildern kennt. Ein Besuch der Immobilie ist nicht möglich. Über das Anzeigenportal eBay-Kleinanzeige hat sie die Annonce gefunden. 400 Euro Kaltmiete für eine Wohnung in zentraler Lage. Da kann nicht viel schiefgehen, hat sie sich gedacht. 

Schlüsselübergabe erst gegen Vorkasse

Dafür nahm Nissen Bedingungen in Kauf, die sie zwar stutzig machten, da aber der Wohnungsvermittler stets schnell und im guten Deutsch antwortete, wischte sie ihre Bedenken beiseite und erhielt den Zuschlag. Voraussetzung für die Schlüsselübergabe war allerdings, dass sie drei Kaltmieten, insgesamt 1200 Euro, überweisen sollte. 

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Keine Antwort auf Kündigung

Voller Freude, dass es mit der Wohnung geklappt hat, hat sich Nissen die Immobilie vor Ort von außen angeschaut. Und da begann sie zu zweifeln. Denn am Klingelschild fand sie nicht den Namen der Besitzerin. Sofort trat sie von dem Mietvertrag zurück. Eine Antwort auf ihre Kündigung hat sie bis heute nicht erhalten. 

Problem bei Kieler Polizei bekannt

Rund 30 dieser Betrugsfälle sind bei der Polizei bekannt - genaue Zahlen gibt es nicht. Immerhin: Die meisten Anzeigenden haben den Betrug rechtzeitig bemerken und keine Zahlungen geleistet. Allerdings gilt auch in diesem Fall, dass die Dunkelziffer hoch sein kann, da sich Geschädigte aus Schamgefühl oder anderen Gründen nicht bei der Polizei melden. 

Mietverein gibt Tipps

Der Kieler Mieterverein hatte nach Angaben von Geschäftsführerin Ann Sophie Mainitz in seinen Beratungsgesprächen noch keinen Fall von Mietbetrug behandeln müssen, hat aber dennoch Tipps parat, wie sich Wohnungssuchende vor sogenannten Scammern (Englisch für Betrüger) schützen können. „Bevor die Wohnung nicht besichtigt wurde, sollte nie Geld überwiesen werden“, sagt Mainitz. Grundsätzlich sollte bei der Besichtigung auch immer ein Berater dabei sein, der Fragen zu Nebenkosten, Heizungen oder ähnliches beantworten kann. Aufpassen sollten Mieter beim Vertrag auch immer bei Individualvereinbarungen. „Im Gegensatz zu den AGBs ist es schwerer, da wieder herauszukommen.“

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