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Kiel Immer schön locker bleiben
Kiel Immer schön locker bleiben
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19:30 26.06.2014
Von Niklas Schomburg
Niklas Schomburg testet das Spielangebot im Citti-Park im Schlossgarten. Quelle: fpr
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Kiel

Nachmittags brummt es hier so richtig, erzählt mir Thomas Eisenlauer, der die Verantwortung für die gesamte Fläche hat. Dann bilden sich lange Schlangen an den verschiedenen Spiel- und Sportangeboten, man finde kaum noch einen Platz zum Stehen. Um 11 Uhr ist das Ganze noch entspannter. Und doch warten an einigen Stationen schon mehrere Kinder und Jugendliche auf ihre Chance. Für mich gilt das Gleiche: Jetzt heißt es ausprobieren! Aber gibt es eine Maximalgröße? Und – für mich viel wichtiger – ein Höchstgewicht? „Du kannst alles mitmachen, das ist kein Problem“, sagt Thomas. Und so stürze ich mich auf die Spielwiese.

 Meine erste Station: der Klettergarten. Vier verschiedene Hindernisse warten hier auf die mutigen Kraxler. Und für mich die erste Hürde: Ich passe in keinen der Sicherungsgurte. Das ist ärgerlich, aber kein Beinbruch – ich klettere mutig ohne Halterung. Hier und da ist es ein bisschen wackelig. Und anstrengend allemal: Schnell komme ich ins Schwitzen. Aber gleich einem erfahrenen Schimpansen hangele ich mich durch den Parcours und schaffe ihn. Die Kinder sahen irgendwie eleganter aus, aber egal. Mir ist warm.

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 In der Mitte der großen Fläche finde ich Stationen, bei denen meine Augen funkeln, als wäre ich ein kleiner Junge. Passend zur WM ist eine Fußballsektion aufgebaut. Ich übe mich gleich mal als Torwart beim menschlichen Tischkicker. So furchteinflößend stehe ich an der Stange, dass sich die ersten Stürmer gleich aus dem Staub machen. Vielleicht ist Olli Kahn als Vorbild nicht ganz das Richtige für Kinder? Egal – zwei tapfere Mädels stellen sich dem Duell und geben alles, aber an mir ist kein Vorbeikommen. Meine Mannschaft gewinnt die Partie locker und überlegen. Jetzt ist mir noch wärmer.

 Als Tester gönne ich mir keine freie Minute – weiter zur nächsten Station: Rodeo auf einem Fußball. Elegant wie eine Gazelle – das ist doch das Tier mit dem Rüssel? – erklimme ich den Teufelsapparat. Schon im Stillstand ist es nicht leicht, Halt zu finden, meine Hose rutscht über die glatte Oberfläche. „Das sagt jeder“, höre ich vom Kommandostand, ehe sich der Ball ruckartig in Bewegung setzt. Keine fünfzehn Sekunden später liege ich nach einem bizarren Moment der Schwerelosigkeit auf dem Luftkissen. Macht Spaß, ist aber nicht leicht. Und jetzt ist mir so warm, dass ich schwitze.

 Zum Abschluss geht es auf die Slackline. Das Balancieren auf der wackeligen Leine ist nicht einfach, nach mehreren Versuchen klappt es aber ganz gut. Ich merke: Es ist für jeden was dabei im großen Spielareal. Auch für die ganz Kleinen, denn im Piratenland kann man sich schminken (lassen) und auf der Hüpfburg toben. Das konnte ich nicht ausprobieren – als Katze angemalt wäre ich nach der Rückkehr beim Chef wahrscheinlich nicht so gut angekommen. Außerdem wäre die Schminke stärker verlaufen als bei Gene Simmons nach einem Kiss-Konzert. Mir ist nämlich immer noch warm.