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Kiel Verein fordert die Wiedereröffnung
Kiel Verein fordert die Wiedereröffnung
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12:00 05.06.2019
Von Jürgen Küppers
Im Sommerbad Katzheide sollten die Sanierungsarbeiten schon längst losgegangen sein, doch noch ist fast nichts passiert. Das wirft Fragen beim Verein „Katzheide Ja!“ Fragen auf. Quelle: Martin Geist
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Gaarden

 Entgegen der Ankündigung der Stadt, schon nach Ende der kalten Jahreszeit 2019 mit den Arbeiten zu beginnen, seien diese nach wie vor nicht in Gang gekommen. Daraus leitet der Verein die Forderung ab: Sollte in diesem Jahr nicht mehr gebaut werden, müsse Katzheide in dieser Badesaison geöffnet werden. Doch laut Sportdezernent Gerwin Stöcken ist an diese Option „nicht zu denken“.

Bereits Anfang dieses Jahres hegte der Verein Zweifel am Zeitplan der Stadt. Angesichts der Probleme in der Bauwirtschaft sei es „mehr als unwahrscheinlich“, dass die geplanten Umbaumaßnahmen auch über den Sommer hinaus im Zeitplan blieben.

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Stadt hält an Konzeption und Zeitplan weiter fest

Wenn der Sportdezernent am Erhalt des Freibades interessiert sei und es Bürgern uneingeschränkt zur sportlichen Betätigung und Erholung zur Verfügung stellen wolle, müsse er die Umbaumaßnahmen nach genauer weiterer Planung auf die Zeit nach der Badesaison verschieben.

Die Stadt bleibt aber nach wie vor bei Zeitplan und Konzeption. Im März hieß es dazu aus der Rathaus-Pressestelle: Zumindest die Vorarbeiten der Sanierungsmaßnahme hätten bereits begonnen: Grünflächen seien gerodet sowie nötige statische Beprobungen vorgenommen worden. Inklusive aller Aufgaben – wie zum Beispiel die abschließende Neubepflanzung – dauerten die Arbeiten voraussichtlich bis zum Frühjahr 2020.

Stadt kann die Verzögerungen nicht erklären

An diesem Zeitplan hat sich aus Sicht von Gerwin Stöcken grundsätzlich zwar nichts geändert. Gleichzeitig räumte der Dezernent aber ein, dass die eigentlichen Sanierungsarbeiten noch immer nicht begonnen hätten. Die Gründe für die Verzögerung konnte Stöcken allerdings nicht erklären. „Auch wenn der Baustart noch unklar ist, gehen wir nach wie vor davon aus, dass das Sommerbad in der Badesaison 2020 der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung steht.“ An eine Öffnung in diesem Sommer sei nach aktuellem Stand aber „nicht zu denken.“

Laut eines offenen Briefes unter anderem an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer nimmt der Verein „mit großem Erstaunen“ zur Kenntnis, das ein Betrieb des Freibades offenbar nicht geplant ist. Sollte es in diesem Jahr mit dem Umbau nicht losgehen, fordert der Verein die planmäßige Eröffnung des Freibades zu Saisonbeginn 2019 zeitgleich mit der Eröffnung des Eiderbades Hammer.

Verein befürchtet "Alptraum" der Badegäste

„Der derzeitige Ablauf des Verfahrens lässt auf eine Verzögerungstaktik schließen“, erklärte Vereinssprecher Ulrich Hühn: „Insofern ist zu befürchten, dass 2020 ebenfalls kein Badebetrieb stattfindet.“

Angesichts eines wieder erwarteten sehr heißen Sommers sei es ein „Alptraum“, wenn Kinder und Erwachsene demnächst vor verschlossenen Toren stünden und „entsetzt“ feststellen müssten, dass die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen haben.

Katzheide-Sanierung sorgte schon öfter für Überraschungen

Für Überraschungen sorgte die Katzheide-Sanierung immer mal wieder. Im Januar 2019 mussten die Mittel um rund 334000 auf derzeit 2,13 Millionen Euro aufgestockt werden. Grund: „allgemeine Baukostensteigerungen“ seit der letzten Kostenschätzung (2017). Preistreibend und zeitverzögernd wirkten sich nach Angaben der Verwaltung auch zusätzlich erforderliche Bauleistungen aus. Dazu zählt die Erneuerung der Umwälzpumpen, ein „Chemikalienlift“ im Technikgebäude sowie ein Beckenlift für Besucher mit Beeinträchtigungen.

Konsequenz: Entgegen der Annahme von 2017 könnten diese ersten Sanierungsmaßnahmen erst zum Herbst 2019 abgeschlossen werden. Deshalb falle die kommende Badesaison komplett aus, werde aber durch das Außenbecken des neuen Hörnbades „zumindest teilkompensiert“. Darüber hinaus, so die Verwaltung damals, bestünden ja noch Bademöglichkeiten an den Stränden.

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