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Kiel Fridays for Future trifft Realpolitik im Kieler Umweltausschuss
Kiel Fridays for Future trifft Realpolitik im Kieler Umweltausschuss
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19:39 06.11.2019
Von Michael Kluth
Fridays for Future demonstriert in Kiel Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Vier Sprecher von Fridays for Future in Kiel, zwei Mädchen und zwei Jungen, legten gleich mit einer ganzen Liste von Maximalforderungen los.

Die Liste der Maximalforderungen

Kiel müsse bis 2035 klimaneutral sein und nicht wie geplant erst 2050. Reedereien müssten auf die Abnahme von Landstrom im Hafen verpflichtet werden und für Schiffe ohne Landstrom Strafgebühren bezahlen. In der Innenstadt müssten Autos der Stadtbahn weichen. Der öffentliche Personennahverkehr müsse verdichtet und unentgeltlich werden. An allen Schulen müsse Mülltrennung vorgeschrieben werden. Die Wärme-Energie in der Stadt müsse auf Öko umgestellt werden. Die Stadt müsse begrünt werden. Alle städtischen Ausgaben müssten auf ökologische Verträglichkeit geprüft werden.

Kieler SPD: "Maßnahmen müssen finanzierbar sein"

Als Erstes antwortete der ökologisch verträgliche umweltpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Max Dregelies. Er verwies darauf, dass die Kommunalpolitik „häufig an Bundesrecht gebunden“ sei, etwa an die Straßenverkehrsordnung: Sie lasse Tempolimits auf 30 Kilometer pro Stunde nicht uneingeschränkt zu. Zudem müssten Maßnahmen finanzierbar sein. Schon das gewünschte Ein-Euro-Ticket koste Kiel 20 Millionen Euro pro Jahr, „ohne dass dadurch das ÖPNV-Angebot besser wird“.

Der grüne Ratsherr Arne Stenger bat um Verständnis: „Politik ist langsam.“ Und die Grünen seien nun mal in einer Kooperation mit der SPD gebunden.

CDU-Ratsherr Robert Vollborn wies auf Widersprüche hin: „Biogasanlagen fördern die Vermaisung der Landschaft. Windkraftanlagen töten Vögel. Wasserkraftwerke töten Insekten.“

Das wies Dorothea Lätzel von Fridays for Future zurück: „Das ist lächerlich. Millionen Tiere sterben jedes Jahr an Fensterscheiben, ohne dass deshalb jemand Glas abschaffen will.“ 

Kieler Fraktionen begrüßen das Klimaschutz-Engagement

Sprecher aller Fraktionen außer der AfD begrüßten das Engagement von Fridays for Future. Viele forderten die jungen Leute auf, den Druck auf die Politik aufrechtzuerhalten.

Der Linke Björn Thoroe ermunterte die Bewegung, sich zu radikalisieren. Das wies Tobias Gürtler von der FDP zurück: „Bleibt bitte in der Mitte der Gesellschaft.“ 

Umweltdezernentin Doris Grondke lädt Aktivisten ins Rathaus ein

Umweltdezernentin Doris Grondke hat die Vertreter von Fridays for Future ins Rathaus eingeladen, um ihnen die praktische Umweltpolitik der Stadt zu erläutern. Grondke: „Es ist ja nicht so, dass wir nichts tun.“

Auch der Umweltausschuss will den Dialog fortsetzen.

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