Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel 109 Jahre: Sie ist die älteste Kielerin
Kiel 109 Jahre: Sie ist die älteste Kielerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 13.04.2016
Von Jennifer Ruske
Frieda Dahlenburg ist mit ihren 109 Jahren sicherlich eine der ältesten Frauen in Schleswig-Holstein. Geboren wurde sie 1907 in Suchsdorf. Quelle: Jennifer Ruske
Hassee/Vieburg

 Mehr als ein Jahrhundert deutsche Geschichte hat Frieda Landtau, so ihr Mädchenname, miterlebt. Aufgewachsen ist die jüngste Tochter von Carl und Catharina Landtau in Suchsdorf, als Deutschland noch das Deutsche Reich und der Kaiser an der Macht war. In Kiel freuten sich die Menschen 1907 auf die Einweihung des neuen Stadttheaters. Der Matrosenaufstand war noch fern, der Erste Weltkrieg auch, als die kleine Frieda im Nienbrügger Weg in der alten Meierei aufwuchs.

 „Sie hatte eine schöne Kindheit“, erzählen ihre Töchter Freya Mau (79) und Lilli Schoknecht (85). „In der Meierei gab es immer was zu essen, Butter, Eier, Käse und Fleisch waren auch in den Hungerjahren vor und zwischen den Kriegen vorhanden. Das war natürlich von Vorteil“, sagt Freya Mau. Und es gab echten Bohnenkaffee zu den Feiertagen. Der gehörte zu ihre liebsten Erinnerungen, wissen die Töchter, die auch heute noch zu jeder Feier „echten Bohnenkaffee“ auftischen. „Sie hat in den letzten Jahren zwar sehr stark abgebaut, aber Bohnenkaffee, den erkennt, und den mag sie heute noch.“

 Ganz behütet ist die heute 109-jährige Frieda Dahlenburg aufgewachsen: Mit einer ordentlichen Schulausbildung und Klavierunterricht, wie es sich für ein junges Mädchen aus gutem Haus gehörte. Was sich nicht gehörte, waren Liebesromane zu lesen – das hat Frieda Dahlenburg aber nicht gestört: „Sie hat ihren Eltern (die hatten bereits um 1900 ein Abo der Kieler Nachrichten) immer die Zeitung gemopst, um – verbotenerweise – den Liebes-Fortsetzungsroman zu lesen“, sagt Freya Mau. Neben Lesen und Kreuzworträtseln lösen war auch Sport ihr liebstes Hobby: „Bis ins hohe Alter hielt sie sich täglich mit Wadengüssen, Gymnastik und Spaziergängen fit.“

 Nach der höheren Töchterschule heiratete Frieda am 16. Mai 1928 den Landesoberinspektor Richard Dahlenburg. Das junge Paar zog nach Schleswig, weil dort die Landesregierung, wo Richard arbeitete, ihren Sitz hatte. Dort wurde Tochter Lilli 1931 geboren.

 Mit der Verlegung des Regierungssitzes nach Kiel kam der Umzug in den Walkerdamm, wo 1936 Tochter Freya zur Welt kam. Dann kam der Zweite Weltkrieg: Richard Dahlenburg fiel 1945 an der Ostfront. Seine Familie wurde in Kiel mehrfach ausgebombt, überlebte aber. Frieda Dahlenburg zog zurück in ihr Elternhaus nach Suchsdorf und hielt sich mit dem Verkauf von Gemüse aus dem Garten über Wasser: Ein Teil ging an den Ratskeller, die schwarzen Johannisbeeren brachte sie Eimerweise zu Fuß nach Raisdorf in die Spirituosenfabrik Lehment. Dort wurde damit der „Schwarze Kater“-Likör hergestellt. Ende der 70er-Jahre, nach dem Verkauf des Elternhauses, zog sie in den Russeer Weg. Dort wohnte sie bis zu ihrem 100. Lebensjahr – unterstützt von ihren Töchtern. Nach einem Überfall zog sie ein Hasseer Pflegeheim.

 Dort wird heute die gesamte Familie bis hin zum jüngsten Nachwuchs, Ururenkelin Freya, die hochbetagte Seniorin zu ihrem 109. Geburtstag besuchen.

Kiel Investor aus Hamburg Hotel direkt neben der Arena?

Der Hamburger Investor und Projektentwickler Revitalis Real Estate plant in direkter Nachbarschaft zur Kieler Sparkassen-Arena ein 16- bis 17-geschossiges Hotel mit Büroflächen in den oberen Etagen. Noch steht das Projekt am Anfang, doch erste Entwürfe des Gebäudes wurden der Stadt bereits vorgestellt.

Martina Drexler 13.04.2016

Mit wachsendem Erfolg lassen diese Damen in der Region Kiel morden: Kirstin Warschau, Angelika Svensson und Ute Haese lesen am Mittwoch als „Ladies in Dead“ aus ihren Kriminalromanen in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten am Asmus-Bremer-Platz.

Gabriele Asmus 13.04.2016
Kiel Uni-Anwesenheitspflicht Eine Sache der Freiwilligkeit

Das neue Hochschulgesetz hat im Dezember vergangenen Jahres Wellen geschlagen. Vor allem die geplante Abschaffung der Anwesenheitspflicht erhitzt bis heute die Gemüter.

KN-online (Kieler Nachrichten) 13.04.2016