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Kiel Frischer Wind für den Legienhof?
Kiel Frischer Wind für den Legienhof?
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12:00 22.08.2019
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Das Restaurant Legienhof im Kieler Gewerkschaftshaus ist seit dem 19. Juli geschlossen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Nach Informationen von KN-online plant die Gewerkschaftshaus Kiel GmbH, eine Tochter der Vermögens- und Treuhandgesellschaft (VTG des DGB), eine abschnittsweise Sanierung des Restaurants und seiner Veranstaltungssäle bei eingeschränktem Betrieb. Gründe für die überraschende Verlängerung der befristeten Nutzungsgenehmigung der stark sanierungsbedürftigen Immobilie nannte die Stadt nicht. Wie berichtet, hatte der bisherige Betreiber der Gastronomie, Frank Feddersen, aufgrund der Unsicherheit über die am 31. Dezember auslaufende Betriebsduldung wegen Baumängeln Mitte Juli für sich einen Schlussstrich gezogen. Dass es nun mit einem neuen Betreiber weitergehen soll – gestern Mittag ließ sich eine Interessentin die Räume zeigen –, stört Feddersen nicht mehr: „Es hat meinem Team und mir Spaß gemacht über so viele Jahre. Jetzt bin ich hier aber komplett raus.“ Noch Ende Mai hatte Feddersen einen Entwurf für die Verlängerung des Mietvertrages von der Immobilienbesitzerin erhalten. 

Brandschutz muss wieder hergestellt werden

Zwischenzeitlich hatten die im Gewerkschaftshaus als Mieter ansässigen Gewerkschaften Zweifel, ob die VTG, die im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes Immobilien verwaltet, überhaupt willens war, mit Feddersen zu verlängern. Einen schriftlich gestellten Fragenkatalog, mit welchem finanziellen und zeitlichen Aufwand Restaurant und Säle nun saniert und modernisiert werden, ließ der DGB in Berlin unbeantwortet. Fest steht aber, dass die komplette technische Gebäudeausstattung erneuert und der Brandschutz wieder hergestellt werden muss. Im Juli hatte der DGB auf Anfrage erklärt, dass der damalige Plan, eine Gesamtsanierung der Liegenschaft vorzunehmen, also auch die Restaurant- und Sitzungszimmerflächen zu sanieren, „aus Rücksicht auf das bestehende Mietverhältnis“ nicht umgesetzt wurde. Bis 2012 wurde der Büroteil des Gewerkschaftshauses umfassend saniert. Diese Arbeiten umfassten auch eine „vollständige Brandschutzertüchtigung dieser Gebäudeteile“, teilte eine DGB-Sprecherin vor einem Monat mit.

Legienhof für die SPD eine Herzenssache

Für die Kieler SPD ist es „eine Herzenssache“, dass der Betrieb im Legienhof weitergeht: „Dieser Ort ist als Haus der Begegnung für alle gesellschaftlichen Gruppen wichtig“, sagt Kreisvorsitzende Gesine Stück. Zentral und bezahlbar, gleichermaßen genutzt vom Bingo-Club, für Hochzeiten oder Konfirmationen, für politische oder kulturelle Veranstaltungen: „Wir brauchen deshalb weiterhin solche Stätten der Gemeinsamkeit. Wenn es den Legienhof nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, sagt Stück. Die Partei selber hat traditionell eine enge Beziehung zum Kieler Gewerkschaftshaus und der Gaststätte: Von 1907 bis 1911 war beispielsweise das SPD-Kreisbüro im Haus der Arbeiterschaft an der Legienstraße. Der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Mathias Stein weiß als Gewerkschafter: „Der Legienhof ist so etwas wie die Herzkammer der Kieler Sozialdemokratie. Wir haben uns deshalb mit allen Interessierten dafür eingesetzt, dass er das bleibt!“ Dabei gehe es auch darum, ein Stück Stadtgeschichte zu erhalten, das nicht ersetzbar wäre. Dazu gehöre auch, die Vorgänge um den Legienhof für die Öffentlichkeit transparent zu machen, betont Stück: „Wenn es jetzt nicht vorangegangen wäre, hätten wir mit einer Unterschriftenaktion unter dem Motto ,Der Legienhof muss bleiben’ weiter Druck aufgebaut.“ 

Hornschu begrüßt Einigung

DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Hornschu begrüßt die in Aussicht gestellte Einigung zwischen der Grundstückseigentümerin und der Stadt Kiel. Das neue Konzept der Gewerkschaftshaus Kiel ermögliche demnach einen Betrieb über den 31. Dezember hinaus, das sei „sehr schön“. Noch in dieser Woche, sagt der Gewerkschafter, könnte die Entscheidung fallen, wann die Veranstaltungsräume wieder geöffnet werden. „Wir hoffen, dass jetzt auch schnell eine Nachfolge für die Gastronomie gefunden wird“, sagt Hornschu. Dass nun, wie von den Gewerkschaften seit Monaten gefordert, bei laufendem Betrieb saniert werde, sei „ein Erfolg für uns, der auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn macht“.

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