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Kiel Friedrichsort greift zu den Kneifzangen
Kiel Friedrichsort greift zu den Kneifzangen
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06:00 28.03.2019
Von Laura Treffenfeld
Mit Zangen und Eimern ausgestattet, nahmen sie sich das Skagerrakufer vor - die kleinen und großen Helfer von der Awo Friedrichsort. Quelle: Frank Peter
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Pries-Friedrichsort

Er hat einen Korken als Nase, eine Glasscherbe als Ohr und einige Taue an der Stelle, an der sonst die Haare wären. Bob, eine Plastik aus Müll in der Größe eines Kleinkindes, thront am Dienstagnachmittag in einem Bollerwagen vor der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Friedrichsort und wartet darauf, dass sich hier die Kinder und Eltern zur gemeinsamen Müllsammelaktion auf den Weg machen.

Müllsuchende Müllspione

„Unser Bob ist eine Metapher dafür, dass der Mensch die Welt mit Füßen tritt“, erklärt Conny Marxsen, sozialpädagogische Assistentin bei der Awo, mit Blick auf die Weltkugel aus Pappmaschee zu Bobs Füßen. Sie und ihre Kollegin Lisbeth Bello sammeln mit ihren Kindergartenkindern bereits seit 2018 jeden Freitag Müll in der Umgebung ein. Die „Müllsuchenden Müllspione“, wie sich die Kinder nennen, hätten sich einfach eine sauberere Umgebung gewünscht, so Marxsen. Aus einigen Teilen der gesammelten Abfälle sei übrigens auch Bob erschaffen worden.

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Für die Müllspione ist es selbstverständlich, sich auch der großen städtischen Müllsammelaktion anzuschließen, die am Dienstag vom Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) initiiert wurde.

Von Zigarettenstummel bis Unterhose alles dabei

Allein auf dem knapp 200 Meter langen Weg von der Awo bis zum Wasser sind einige Handeimer bereits randvoll. Die Kinder berichten, dass sie normalerweise viele Taschentücher, Bonbonpapiere und Zigarettenstummel finden würden. Aber auch Radkappen, halbe Spaten, Frühstücksbretter und sogar eine Unterhose hätten sie schon einmal unter ihre Zangen bekommen.

Skagerrakufer ist übersät mit Glasscherben

Am kleinen Skagerrakufer scheint es so, als seien einige der kleineren Kinder vom Müllsammeln zum Muschelsammeln übergegangen. Doch tatsächlich pflücken sie eine Glasscherbe nach der anderen aus dem Sand heraus. Das Ufer ist übersät mit Scherben – einige davon handflächengroß.

Müllfigur geht an den Stadtpräsidenten

Nach zwei Stunden sind alle Eimer voll. Die Müllspione sammeln auf dem Rückweg noch Bob ein, und dann zieht der ganze Trupp bis zum Kulturladen Leuchtturm. Dort haben sich schon einige der anderen fleißigen Helfer versammelt. Sie warten auf Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, dem die Müll-Plastik überreicht werden soll, und auf belegte Brötchen vom ABK.

Die Bilanz des Tages sind acht Kubikmeter Müll

Marion Voß aus der Unternehmenskommunikation des ABK verrät die Tagesbilanz: „Es sind ganze acht Kubikmeter Müll zusammengesammelt worden.“ In jedem Jahr unterstützt der ABK einen anderen Stadtteil, für 2020 ist bisher Kiel-Wik geplant.

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