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Kiel Video: Die neue Wunderwaffe gegen Kaugummis
Kiel Video: Die neue Wunderwaffe gegen Kaugummis
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11:44 03.05.2019
Von Sebastian Ernst
Die ABK-Mitarbeiter Michael Dreyer (links) und Rasmus Rieck sind die "Gum-Busters" von Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) ließ sich die Wirkungsweise vorführen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

"Die Geräte werden per Hand geführt und arbeiten mit Heißdampf. Mit einer kleinen Bürste und einem Besen werden die Kaugummis dann entfernt", sagt Michael Müller, Leiter der ABK-Abteilung Straßenreinigung.

Rasmus Rieck ist Straßenreiniger in Kiel und führt das Gerät vor. Er schiebt es über ein Kaugummi auf dem Bürgersteig. Aus einer Düse mit einem Bürstenaufsatz bedampft er das Kaugummi mit einem Lösungsmittel. Dann geht er mit einem Besen über die Stelle – und das Kaugummi ist weg. "Die winzigen Reste bleiben im Besen hängen oder die Kehrmaschine nimmt sie mit", sagt der 28-Jährige. Zehn bis 20 Sekunden dauert so ein Vorgang.

"Bis zu 80 Kaugummis pro Quadratmeter" in Kieler Innenstadt

Für die Straßenreiniger ist das eine große Arbeitserleichterung. Früher habe man die festgetretenen Kaugummis im Knien per Hand mit einem Spachtel entfernt, sagt Müller. "Über Jahrzehnte sind Kaugummis nicht entfernt worden. Für eine Fläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern mit bis zu 80 Kaugummis pro Quadratmeter haben wir im letzten Jahr acht Monate gebraucht", so Müller.

Bürgermeister Ulf Kämpfer erhofft sich durch die neuen Geräte "mehr Sauberkeit in der Innenstadt". Außerdem soll der Gumblitz die Leute für die Müllproblematik sensibilisieren. "Es wäre wichtig, wenn die Leute merken, dass es sich einfach nicht gehört, dass man Zigaretten wegschmeißt, dass man Kaugummis ausspuckt. Ich hoffe, dass viele den Aufwand sehen, den wir betreiben, und sich besser benehmen."

Drastische Sanktionen in Singapur

Dabei ist es in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit, sein Kaugummi auf die Straße zu spucken. Die Landeshauptstadt Kiel verhänge dafür Bußgelder in Höhe von 25 Euro, teilte die Stadt Kiel mit. Auch wer seinen Zigarettenstummel wegwirft, muss mit dieser Strafe rechnen. Im Jahr 2018 verzeichnete die Stadt keinen solchen Fall. Deutlich drastischer werden solche Vergehen in Singapur geahndet. Kaugummis sind dort generell verboten. Nur wer medizinisch begründen kann, dass er eins kauen muss, etwa als Nikotinkaugummi, darf Kaugummis kaufen. Wer auf der Straße Müll fallen lässt, wird richtig zu Kasse gebeten. Bis zu 2000 Singapur-Dollar (ca. 1300 Euro) kann sowas kosten.

Kämpfer: "Kieler Innenstadt hat Beachtung und Unterstützung verdient"

3200 Euro hat jedes der beiden Geräte gekostet. "Sowohl die Finanzierung der Geräte als auch die Arbeitsstellen, die wir hier besetzen, werden aus Steuergeldern bestritten, zum größten Teil von der Stadt", sagt Kämpfer. Die Stadt will mit diesen Investitionen, so geht es aus der Pressemitteilung hervor, das Gesamtkonzept einer sauberen Stadt vorantreiben. "Es zeigt, dass wir uns um die Innenstadt kümmern", führt der Verwaltungschef weiter aus. "Die Kieler Innenstadt hat ja jede Beachtung und Unterstützung verdient."

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