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Kiel Fördeblick statt Pferderennen
Kiel Fördeblick statt Pferderennen
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18:50 26.06.2013
Von Carola Jeschke
Mut zum Hut: Feline (links, 12 Monate) und Carlotta Biederbeck (3) trugen ihre Kopfbedeckungen mit Stolz. Quelle: vr
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Kiel

Passend dazu trug Susanne Gaschke auf ihrem ersten Hut-Empfang als OB einen Haarreif mit großer dunkelblauer Blüte – im modischen Fachjargon „Fascinator“ genannt. „Ich habe eine frisurfreundliche Variante entdeckt und beim Aussuchen über die unglaubliche Vielfalt gestaunt“, erzählte sie freimütig während ihrer kurzen Ansprache, in der es traditionell auch um gewichtige Themen wie Verkehr und Infrastruktur ging. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig bedankte sich bei der Kieler Kaufmannschaft für die Unterstützung bei „wichtigen Infrastruktur-Projekten“ wie der maritimen Konferenz, der Fehmarn-Belt-Querung oder dem Ausbau der A 20. „Uns allen wünsche ich, dass wir die Kieler Woche wieder als das sehen, was sie ist: ein Kraftquell, aus dem wir Selbstbewusstsein tanken.“

Kieler-Woche-Empfang im Kieler Kaufmann

 Von mangelndem Selbstbewusstsein war auf der Terrasse des Romantikhotels indes nichts zu spüren, ganz im Gegenteil: Man frönte mit Genuss der Kontaktpflege. „Die Vielfalt an Gesprächen ist toll, das hat hier schon was von Ascot“, schwärmte Rainer Kibbel, Geschäftsführer des Kieler Textilunternehmens Heinrich Knievel. Ihren Besuchen beim Pferderennen in Ascot hat die Malerin Malena von Bernstein tatsächlich „eine ganze Kollektion“ schicker Hüte zu verdanken. Gestern erschien sie zwar ohne Hut, begutachtete aber mit interessiertem und fachkundigem Blick die Hüte der Damen. „Der perfekte Hut muss einen eigentümlichen Charme haben, eine Komposition aus Farbe, Form und Verspieltheit.“ So wie die französische Kreation von Laurence Prey, die mit ihrem Kontrast von Sonnengelb und Schwarz sowie einem ausgefallenen Design ein echter Hingucker war.

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 Ascot-Tauglichkeit hat bereits der Hut von Alice Kriegel bewiesen. Allerdings ohne Trägerin, denn die gebürtige Kielerin mit Wohnsitz in Chicago hat sich das an ein Ufo erinnernde, avantgardistische Modell kurzerhand von einer Freundin ausgeliehen. Dass die Architektin bei ihrer sommerlichen Stippvisite in Kiel die Gelegenheit hatte, den Empfang im Kieler Kaufmann zu erleben, fand sie „sehr schön“. Wenn es um den gut behüteten Auftritt geht, beweist Andrea Baasch alljährlich Sinn für das Praktische. „Ich habe einen Hut, den ich immer wieder umarbeiten lasse.“ Wurde das schwarze Grundmodell im vergangenen Jahr noch von einer türkisfarbenen Schleife geziert, bestach es in diesem Jahr durch einen verspielten weißen Putz. Und die Männer? Ein paar trauten sich immerhin mit Panama-Hut aufs gesellschaftliche Parkett. Da kann man nur sagen: Chapeau!