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Kiel Gastank schwebte über der „Lore Lay“
Kiel Gastank schwebte über der „Lore Lay“
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17:00 21.06.2019
Von Martin Geist
2,9 Tonnen Flüssiggas fasst der Tank, der gestern aufs Theaterschiff schwebte. Quelle: Martin Geist
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Kiel

Schon in seiner ersten Heimat am Ravensberg-Wasserturm arbeitete das Lore & Lay Theater mit dem Energieversorger Propan Rheingas GmbH zusammen. Und das so gut, dass man auch beim technisch sehr speziellen Umbau eines Binnenleichters zur Kulturstätte wieder zueinander kam. Rheingas liefert künftig nicht nur das Flüssiggas für das Schiff, sondern plant und baut auch die Heizungsanlage ein. „Abgerufen werden kann je nach Bedarf die ganze Leistungspalette von zehn bis 125 Kilowatt“, erläutert Eckhard Friedrich, Technischer Leiter Norddeutschland bei Propan Rheingas.

Tankfüllung reicht ein Jahr für drei Einfamilienhäuser

Der Tank mit seinem Fassungsvermögen von 2,9 Tonnen Gas würde ausreichen um ein Jahr lang drei Einfamilienhäuser zu versorgen und dürfte auch an Bord eine ganze Weile halten. „Für uns ist Flüssiggas die wirtschaftlichste und ökologischste Lösung“, sagt dazu Thomas Hamann, neben Martina Riese Geschäftsführer des Privattheaters. Das hat auch mit der Flexibilität des Systems zu tun, denn je nach Jahreszeit und Auslastung sind die Erfordernisse sehr unterschiedlich. Sind die ungefähr 200 Zuschauerplätze besetzt – und damit dürfte in hohem Maße zu rechnen sein – dann könnte es teilweise sogar eher zu warm und zu feucht werden. Ingenieurin Kerstin Schuhmacher von der Kieler Klimatechnik-Firma Kriegel hat dem Schiff deshalb eine ausgeklügelte Entlüftungsanlage verordnet. Dank der damit verbundenen Wärmerückgewinnung kommt die Heizung damit auf einen Wirkungsgrad von 85 Prozent.

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Projekt ist auf gutem Weg

Grundsätzlich sehen Thomas Hamann und Martina Riese das Projekt nach schleppendem Vorlauf jetzt auf bestem Weg. „Die Koordination läuft wirklich hervorragend“, lobt Hamann alle Beteiligten. Das liegt aus seiner Sicht auch daran, dass der Umbau dieses 76 Meter langen und zwölf Meter breiten Schiffes so ungewöhnlich ist: „Alle haben richtig Lust, da mitzumachen.“ Das bestätigt auch Rheingas-Verkaufsleiter Michael Heller. „Die baulichen Voraussetzungen des alten Frachters haben hier noch einmal ganz spezielle Anforderungen ergeben“, beschreibt er den „eher exotischen Charakter“ dieses Projekts. Auf der Lindenau-Werft, wo die „Lore Lay“ unter Regie der Werft Gebr. Friedrich für ihre kulturelle Karriere vorbereitet wird, dürfte das Schiff  noch eine Weile bleiben. Mitte Juli will das Team von Rheingas die Restarbeiten erledigt haben. Möglich ist das erst, nachdem verschiedene andere Handwerker mit ihren Jobs durch sind.

Am 2. August ist Premiere

Gleichwohl tickt theatermäßig die Uhr immer vernehmlicher. „Am 2. August ist Premiere“, verkündet Martina Riese ohne jede Einschränkung. Geprobt wird schon seit etlichen Wochen, und zwar für das Stück „Männer, Frauen und andere Katastrophen“. Für die allgemeine Öffentlichkeit gibt es dabei aber erstmal einen Wermutstropfen. Tickets verkauft das Theater, das seinen Liegeplatz auf der Gaardener Seite der Hörn bekommen soll, zunächst nur an sein Stammpublikum. „Das haben wir unseren treuen Besucherinnen und Besuchern so versprochen“, bittet Thomas Hamann um Verständnis.

Früherer Frachter hatte seine Heimat in Duisburg

Das künftige Theaterschiff in Gaarden hatte früher seine Heimat in Duisburg und diente als Frachtschiff. Die Inbetriebnahme in Kiel war ursprünglich schon für 2017 angepeilt, hat sich aber aus technischen Gründen und auch wegen behördlicher Auflagen erheblich verzögert. Ursprünglich spielte das Lore & Lay Theater im Wasserturm am Ravensburg. Nachdem der zu Wohnzwecken umgebaut worden war, fanden die Schauspieler vorübergehend eine Unterkunft im benachbarten Regionalen Berufsbildungszentrum Wirtschaft.

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