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Kiel Ohne Ferienjobber geht es nicht
Kiel Ohne Ferienjobber geht es nicht
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11:44 20.07.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Freya Johannsen (20) arbeitet zum ersten Mal in der Gastronomie. Den Job im Service der Forstbaumschule hat sie ganz schnell bekommen. Quelle: Frank Peter
Kiel

So ist es etwa bei Wiebke Jeske. Die 27-Jährige steht in der Forstbaumschule hinter dem Tresen. „Im Sommer, mit den langen Semesterferien, arbeite ich. Dann kann ich mich den Rest des Jahres mehr auf mein Studium konzentrieren“, erzählt die Studentin aus Kiel. Sie habe bereits vor ihrer Tätigkeit bei der Forstbaumschule Erfahrungen in einem Restaurant gesammelt. „Ob die Arbeit Spaß macht, steht und fällt mit dem Team.“ Der Sommerjob gefalle ihr, sie arbeite bereits die vierte Saison in der Forstbaumschule.

Kiel: Jobs im Handel oder der Gastronomie sind beliebt

Wie Jeske nutzen viele Schüler und Studenten den Sommer, um ihr Einkommen mit Ferienjobs aufzubessern. „Ferienjobs müssen eine relativ schnelle Einarbeitungsphase in sich vereinen, sodass sich die Beliebtheit einzelner Tätigkeiten aus der Natur der Sache ergibt“, sagt Michael Trowe, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Kiel. „In Kiel bieten sich insbesondere der Handel, die Gastronomie und der Logistikbereich an“. Das heißt meistens: Regale einräumen, kellnern oder Pakete sortieren. Auch Promotion- oder Catering-Jobs seien beliebt, genau wie Kinder- oder Ferienbetreuer. „Auch private Haushalte suchen für die Gartenarbeit oder für andere sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen wie Einkäufe tätigen oder auch Tagesjobs wie die Umzugshilfe“, so Trowe weiter.

Lesen Sie auch: Ferienjobs - Wer darf wann und wie lange arbeiten?

In der Forstbaumschule ginge es nicht ohne Aushilfen im Sommer: „Wir sind ein Saisonbetrieb und vom Wetter abhängig“, sagt Sven Büll-Carstens, Geschäftsführer der Forstbaumschule. Die Saison laufe von Mai bis August: Nur mit festangestellten Mitarbeitern ließe sich der Betrieb nicht regeln. „Mit den Saisonkräften sind wir flexibler.“ Die Aushilfen würden überall eingesetzt: Beim Geschirr spülen ebenso wie im Service. „Das hängt von der Qualifikation und der Vorerfahrung ab.“ Von rund 160 Mitarbeitern seien etwa 80 Saisonkräfte. „Dass der Pool so groß ist, liegt auch daran, dass die Aushilfen natürlich keine Vollzeitstellen haben.“ Und auch nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. „Unser Team ist sehr multikulturell. Beim Spülen sind auch viele englischsprachige Leute tätig“, so Büll-Carstens. Das seien oft ausländische Studierende. „Im Service setzen wir allerdings Deutsch voraus.“

Freya Johannsen arbeitet in der Forstbaumschule in Kiel

Genau dort arbeitet Freya Johannsen. „Die Zeit vergeht schnell, ich habe gern Kontakt mit Menschen.“ Die 20-Jährige arbeitet zum ersten Mal in der Gastronomie. „Ich wollte diesen Sommer nochmal arbeiten, auch, um meinen Urlaub zu finanzieren.“ Im Herbst beginne ihr Studium, so Johannsen. Den Job bei der Forstbaumschule habe sie unkompliziert bekommen: „Ich bin einfach spontan hingegangen und habe gefragt. Ein paar Tage später konnte ich das Probearbeiten machen.“

Wie viele Schüler und Studenten in den Ferien jobben, lässt sich nicht genau sagen. Weder die Minijobzentrale noch die Agentur für Arbeit erfasst die Merkmale „Schüler“ oder „Student“ in ihrer Statistik. Deswegen kann man sich der Zahl nur nähern. „In Kiel waren im September 2018 7292 Menschen unter 25 in einer geringfügigen Beschäftigung“, sagt Trowe. „Da waren sicherlich viele Studenten und auch Schüler darunter.“

Von Sebastian Ernst und Jördis Früchtenicht

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