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Kiel Ortsbeirats-Sitzung mit Auge und Ohr
Kiel Ortsbeirats-Sitzung mit Auge und Ohr
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13:12 18.08.2019
Von Oliver Stenzel
Zeigten sich nach der geglückten Premiere zufrieden: Maria Laatsch, Martina Stenzel-Altfelde, Helmut Altfelde, Raffael Canal, Susanne Dürkop, Benjamin Walczak, Matthias Triebel und Ursula Trede (von links). Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Auf der ersten Sitzung des Ortsbeirats nach der Sommerpause stehen viele Themen auf der Tagesordnung. Niels Bunzen von der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft stellt den aktuellen Stand der Dinge beim an der Waitzstraße entstehenden Fünfgiebelhaus dar. Dirk Stangenberg von der Staatskanzlei informiert über den geplanten Ablauf des Tags der Einheit in Kiel. Bärbel Pook vom Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt Kiel regt ein erneutes Stolpersteine-Putzen am 9. November an. Während die Redner sprechen, hören ihnen die Mitglieder des Ortsbeirats konzentriert zu. Doch an diesem Abend gibt es in ihrer Tischreihe trotzdem viel Bewegung. Denn hier sitzen auch Susanne Dürkop und Raffael Canal und übersetzen alles Gesprochene simultan in Gebärdensprache. Ihr Einsatz ist zugleich die Ortsbeirats-Premiere eines neuen Angebots der Stadt Kiel: Auf Wunsch kommen zu den Sitzungen der Ratsversammlung, den neun Ausschüssen und eben den 18 Ortsbeiräten Dolmetscher für Gebärdensprache, die den Gesprächsverlauf für nicht oder schwer hörende Menschen visuell wahrnehmbar darstellen.

Inhalte werden problemlos übertragen

Kontinuierlich wechselt sich das Duo an diesem Abend bei der Arbeit ab. Ihm gegenüber sitzen Martina Stenzel-Altfelde und Helmut Altfelde. Das Ehepaar hatte über den Gehörlosen-Verband Schleswig-Holstein von der Möglichkeit erfahren und sich bei dem Ortsbeirats-Vorsitzenden Benjamin Walczak (SPD) für die Sitzung angemeldet. „Ich habe mich dann um zwei Übersetzer bemüht, was auch gut geklappt hat“, berichtet Walczak. Susanne Dürkop und Raffael Canal arbeiten beide als selbstständige Dolmetscher für deutsche Gebärdensprache, die Kosten für ihren Einsatz übernimmt die Stadt. Auch der unkundige Beobachter gewinnt während der Sitzung den Eindruck, dass sich ihr Inhalt problemlos übertragen lässt. Sie haben tatsächlich alles gut mitvollziehen können, bestätigen Martina Stenzel-Altfelde und Helmut Altfelde, die schon lange im Stadtteil Ravensberg wohnen, aber zum ersten Mal an der Sitzung des Ortsbeirats teilnehmen. Zuvor hätten sie ihrem Verlauf nicht folgen können, bekennt Stenzel-Altfelde, die sich zusammen mit ihrem Mann über die neue Möglichkeit freut, am Stadtteilgeschehen teilzunehmen. 

Übersetzer wollen sich noch intensiver vorbereiten

Ob sich die mitunter langen Redebeiträge problemlos darstellen ließen, möchte Benjamin Walczak von den beiden Dolmetschern wissen. Susanne Dürkop berichtet, dass dies insbesondere durch die Möglichkeiten einer konzentrierten visuellen Illustration des Gesprochenen in der Gebärdensprache gut möglich sei: „Wenn Sie beispielsweise sagen wollen, dass sie ins Auto gestiegen und losgefahren sind, brauchen Sie einen langen Satz dafür. Ich stelle einfach mit der einen Hand das Lenkrad und mit der anderen den Zündschlüssel dar.“ Allerdings wollen sich die beiden Übersetzer für das nächste Mal intensiver mit der Lage der Stadtteilgebiete und den einzelnen Straßen vertraut machen. Auch Ursula Trede vom Büro des Stadtpräsidenten, die die Sitzungen des Ortsbeirats begleitet, erkundigt sich danach, ob sie zusätzliche Hilfestellung leisten kann, und nimmt Martina Stenzel-Altfelde und Helmut Altfelde in den Verteiler für den Versand der Einladung zu den Ortsbeiratssitzungen auf. Vor dem Hintergrund der geglückten Premiere möchte das Ehepaar diese künftig regelmäßig besuchen. Und im Prinzip, teilt Martina Stenzel-Altfelde mit, könnte sich auch vorstellen, in Zukunft einmal selbst für den Ortsbeirat zu kandidieren.

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