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Kiel Stadt und ABK: Müll wird teurer
Kiel Stadt und ABK: Müll wird teurer
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15:56 16.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Die Gebühr für Restmüll soll in Kiel nach Willen des ABK seit langem wieder steigen. Quelle: Frank Peter (Archiv)
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Kiel

In den vergangenen Jahren waren die Gebühren für die unterschiedlichen Müllkategorien in Kiel häufig gleich geblieben oder auch gesunken. Seit 2015 kostete die zweiwöchentliche 120-Liter-Entsorgung von Restmüll durchgängig 12,04 Euro im Monat. Die vierwöchentliche Papiertonnenleerung schlug mit lediglich 63 Cent zu Buche. Der Bioabfall verharrte seit 2011 bei 6,55 Euro im Monat – eine politische Entscheidung, um diesen Müll beliebter zu machen. Die niedrigen Preise waren auch möglich, weil Rückstellungen aufgebraucht wurden.

Insgesamt 2,23 Euro monatlich mehr

"Ich weiß nicht, wie der ABK das geschafft hat", sagt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) rückblickend. Wohl wissend, dass die Gebühren jetzt steigen, um dem Abfallwirtschaftsbetrieb neue Gelder zu verschaffen: "Im ABK ändert sich vieles zum nächsten Wirtschaftsjahr", sagt Kämpfer. Neue Stellen, Sonderaufgaben und Investitionen in die Infrastruktur sollen gestemmt werden. Was bedeutet das genau? Für 2019 soll die Restabfallgebühr auf 13,52 Euro im Monat, die für Bioabfall auf 7,20 Euro und für Papier auf 73 Cent im Monat steigen. Insgesamt stehe die Stadt Kiel mit 21,45 Euro statt bisher 19,22 Euro monatlich damit deutschlandweit im Mittelfeld, beteuert die Verwaltung. Laut ABK ist die Erhöhung notwendig. Der kommissarische Werkleiter Christian Schmitt betont, man habe man in den vergangenen Jahren "auch etwas liegen lassen". Vielen Optimierungen und Effizienzsteigerungen sei langfristig auch Zufriedenheit der Mitarbeiter zum Opfer gefallen.

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ABK-Mitarbeiter weniger zufrieden

"Wir sind schnell dazu gekommen, dass wir das ernst nehmen müssen", beschreibt Schmitt den Eindruck im Frühjahr, verstärkt durch die Streiks im öffentlichen Dienst. Jetzt sollen unter anderem Berechnungen zugunsten älterer Mitarbeiter optimiert oder zur Streichung vorgesehene Touren beibehalten werden. "Auch neue Mitarbeiter zu akquirieren ist nicht mehr so leicht wie vorher", beschreibt ABK-Abteilungsleiter Christian Meinert. Jobs im ABK sollten schließlich attraktiv sein, aber auch anerkannt. "Wir wissen um die Sensibilität bei diesen Gebühren in der Stadt", sagt Kämpfer. Das Thema Sauberkeit aber nehme, wie an vielen Beispielen in der Stadt (Hauptbahnhof, Hundekot etc.) deutlich wird, an Bedeutung zu. "Daher hoffen wir auf Akzeptanz", sagt der Verwaltungschef – auch im Wirtschaftsausschuss, dem der Plan am 28. November vorgelegt wird.

Frank Behling 16.11.2018
16.11.2018
Frank Behling 16.11.2018
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