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Kiel Stolpersteine rücken in den Fokus
Kiel Stolpersteine rücken in den Fokus
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17:17 07.11.2019
Von Oliver Stenzel
Präsentieren die 2018 erstmals erprobte Stolperstein-Aktion zum 9. November dieses Jahr in größerem Rahmen: Benjamin Walczak, Friederike Wenk, Bärbel Pook und Gerd Rosenthal (von links). Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Als Gerd Rosenthal im vergangenen Jahr anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht eine Mahnwache an den Stolpersteinen im Bereich der Holtenauer Straße anregte, drohte das Gedenken an die Novemberevolution von 1918 das an die nationalsozialistischen Gewaltaktionen von 1938 zu überschatten. Angeregt durch ein Projekt im Hamburger Grindelviertel, initiierte der Rentner daher zusammen mit dem Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt Kiel unter dem Motto „Die Holtenauer leuchtet“ eine entsprechende Aktion in der Landeshauptstadt. In deren Rahmen wachten Menschengruppen neben Windlichtern an den goldfarbenen Stolpersteinen, die an die ehemaligen Bewohner der Straße erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. Interessierten berichteten die Teilnehmer der Mahnwache von den Biografien derjenigen, derer durch die Steine gedacht wird.

Zahl der Unterstützer ist dieses Jahr in Kiel noch größer

Die Resonanz war 2018 erheblich und dürfte bei der Wiederholung am Sonnabend noch größer ausfallen. Dies hängt zum einen mit der Zahl der Unterstützer zusammen. Neben dem Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook tragen 2019 auch die Vereine „Die Holtenauer“ und „Blücher“ aktiv zur Bekanntmachung der Aktion bei, die in den darin organisierten Geschäften durch Aushänge angekündigt sowie durch Flyer im ganzen Stadtteilgebiet beworben wird. Überdies betreuen verschiedene andere Organisationen wie die Johanniter, die Kieler Awo oder der SPD-Ortsverein Kieler Mitte und ein breites Parteienbündnis ab 16.30 Uhr die mit einer Putzaktion verbundenen Mahnwachen an den Stolpersteinen vor den Häusern in der Holtenauer Straße 13, 15, 32, 37, 59a, 103 und 122 sowie der Waitzstraße 58a.

Ab 17 Uhr in einen Lichterspaziergang entlang der Holtenauer Straße

Die halbstündige Wache verwandelt sich ab 17 Uhr in einen Lichterspaziergang entlang der Holtenauer Straße zur neuen Mensa der Reventlouschule. Hier mündet sie ab 17.30 Uhr in eine Gedenkveranstaltung mit Klezmer-Musik der Gruppe Schmarowotsnik und Ansprachen des Ortsbeirats-Vorsitzenden Benjamin Walczak sowie von Joachim Liß-Walther von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein, Jutta Horstmann und Annemarie Becker-Freyseng vom Runden Tisch im Stadtteil und des SPD-Bundestagsabgeordneten Mathias Stein. Dass das Projekt in diesem Jahr in dieser Form aufwarten kann, sei auch der Unterstützung von 1000 Euro aus dem Förderfonds „Zusammenhalt stärken – Teilhabe sichern“ zu verdanken, betont Bärbel Pook vom Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt.

Anschlag in Halle zeigt neue Präsenz des Antisemitismus

Dass das Gedenken an die Reichspogromnacht in diesem Jahr eine ganz andere Aufmerksamkeit entfaltet, hat aber natürlich auch einen traurigen aktuellen Anlass. Der Anschlag vor der Synagoge in Halle im Oktober zeige auf schreckliche Weise eine neue Präsenz des Antisemitismus in Deutschland, sagt Benjamin Walczak: „Auch aktuelle Berichte, dass etwa Kippa-Träger in Deutschland öffentlich angefeindet werden, sind zutiefst beunruhigend“, ergänzt der Ortsbeirats-Vorsitzende. Neben konkreter Hilfe in entsprechenden Situationen sei es heute daher umso wichtiger, den Betroffenen gegenüber ein Zeichen zu setzen: „Es ist wichtig zu zeigen, dass sie nicht allein sind – und die große Mehrheit unserer Gesellschaft hinter ihnen steht.“ Durch seine Beteiligung an der Stolperstein-Aktion, die auch von der jüdischen Gemeinde in Kiel unterstützt wird, könne am Sonnabend jeder Kieler ein deutliches Zeichen setzen.

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