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Kiel Bewährungsstrafe für Studentin
Kiel Bewährungsstrafe für Studentin
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08:00 23.08.2018
Von Thomas Geyer
Wegen des Verkaufs von gefälschten Luxushandtaschen und Chanel-Schuhen musste sich eine 27-jährige Studentin vor dem Amtsgericht verantworten. Quelle: Olaf Malzahn
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Kiel

„Ich wollte niemanden betrügen“, hatte die alleinerziehende Mutter schon im ersten Prozessanlauf im März erklärt. Damals gab sie an, keine ihrer Kundinnen habe jemals erwartet, für durchschnittlich 700 Euro ein Original der sonst ab 8000 Euro gehandelten „Königin aller Handtaschen“ zu ergattern.

„Ist doch jedem klar, dass das nur eine Kopie sein kann“

„Ich verkaufe hier eine nagelneue Birkin Bag“, hatte die Angeklagte in einer Internet-Anzeige behauptet. „Ist doch jedem klar, dass das nur eine Kopie sein kann“, erklärte sie gestern zum zweiten Mal der Richterin. Es erwarte doch auch niemand, für 50 Euro eine echte Rolex zu bekommen. Laut Anklage prellte sie ihre Kundinnen um insgesamt 2400 Euro.

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Nachdem die Internet-Händlerin der Vorsitzenden beim letzten Termin einen Stapel russischsprachiger Geschäftskorrespondenz mit ihrer angeblich unzuverlässigen Lieferantin in Kasachstan auf den Tisch gelegt hatte, sah diese weiteren Ermittlungsbedarf und ließ den Prozess platzen. Gestern stellte die Richterin das Strafverfahren im Fall der fünf verkauften Luxustaschen ohne weitere Auflagen ein, „weil wir auf weitere umfangreiche Ermittlungen verzichten wollen“.

Getäuschte Käuferin schickte die Fälschung zurück

Blieben noch ein Paar gefälschte Chanel-Schuhe und eine Chanel-Brosche, die die Internet-Händlerin nachweislich als echte Ware an gutgläubige Kundinnen verkauft hatte. Die Brosche habe sie selbst im Chanel-Store in Hamburg gekauft, hatte sie gegenüber der Interessentin behauptet. Die getäuschte Käuferin schickte die Fälschung zurück, die Angeklagte will ihr die 400 Euro dafür zurücküberwiesen haben.

Offen ist zumindest noch die Wiedergutmachung der erschlichenen Summe von ebenfalls 400 Euro für Damenschuhe, die laut Annonce nagelneu und original von Chanel waren. Auch diese Kundin, die sich nach dem Öffnen der Sendung über Falsifikate mit Gebrauchsspuren ärgerte, soll jetzt ihr Geld zurückbekommen. Andernfalls droht der in diesen Fällen geständigen Betrügerin der Widerruf der Bewährung.

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