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Kiel Tierheime wünschen sich mehr Unterstützung
Kiel Tierheime wünschen sich mehr Unterstützung
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14:09 04.02.2018
Von Niklas Wieczorek
25 Mitarbeiter, 1500 Quadratmeter Fläche: Leiterin Elisabeth Haase und Australian-Shepherd-Mix Tejan wachen am Uhlenkrog über das größte Tierheim Schleswig-Holsteins. Quelle: © Frank Peter
Hasseldieksdamm

Leiterin Elisabeth Haase kann die Nöte der Heime aber sehr gut nachvollziehen.

 Mit 25 Mitarbeitern – von Tierpflegern über Bürokräfte bis zum Hausmeister – und einer Fläche von 1500 Quadratmetern ist das Kieler Tierheim Uhlenkrog das größte Schleswig-Holsteins. 2400 Tiere sind hier im Jahr zu Gast, sagt Leiterin Haase, und wer mit ihr im Büro sitzt, hört die Hunde stetig bellen. Häufig sei aber weniger die Unterbringung eines Tieres das Problem – sondern dessen Verhalten.

 „Was uns Sorge macht, sind die Tiere, die von privat abgegeben werden“, so die Leiterin, „die Leute verschweigen oft die Probleme des Hundes.“ Das Kieler Heim beschäftigt deswegen Pfleger, die Tiere erziehen können. Das verlängere den Aufenthalt von Hunden oft auf bis zu 80 Tage, schwierige Katzen bleiben 50 bis 60 Tage. Die Kommunen finanzieren aber lediglich 28 Tage. Kleine Heime könnten spezielles Personal nicht bezahlen.

 Tierheime werden von Vereinen getragen, die den Betrieb über Gebühren von Kommunen, Abnehmern, Mitgliedsbeiträge und Spenden sichern. Haase fordert darüber hinaus aber einen Sockelbetrag, also eine feste Unterstützungssumme für Tierheime: „Das wäre das Modell, das Kommunen und Land umsetzen müssten.“ So könnten die Tierschutzvereine besser planen, Personal- und Materialkosten kalkulieren. Für den Nachtragshaushalt greift ein Vorschlag der Grünen genau das auf (siehe Seite 11).

 Die Sorgen der Vereine werden gehört: Auch für Umbauten waren sie lange auf projektgebundene Stiftungsgelder und Spenden angewiesen – jetzt ist ein Fördertopf angedacht. Langfristig müsse aber vielleicht auch über Gründungen von Tierheim-Gesellschaften nachgedacht werden, so Haase. Derzeit wird am Uhlenkrog der Zaun erneuert, das Katzenhaus für Kleingruppenhaltung umgerüstet, und ab März plant Haase den Bau einer großen Wildtierstation.

 Daran zeigt sich, dass es auch positive Nachrichten aus dem Tierschutz gibt: Im Dezember brachte die Feuerwehr einen Uhu aus Gaarden, nach Hinweisen besorgter Anwohner. Trotz gebrochenen Unterkiefers macht der Greifvogel Fortschritte. In Volieren, also großen Käfigen mit Flugraum, sollen sich bald alle eingelieferten Wildtiere in der neuen Station bewegen können. „Wildtiere interessieren eigentlich jeden“, sagt Haase. „Aber die Menschen gehen generell mit offeneren Augen durch Umwelt und Natur.“ Die Aufmerksamkeit habe stark zugenommen.

 Vielleicht, vermutet Haase, liege dieses Gespür daran, „dass wir so viel an unserer Umwelt kaputtmachen“. Auch der falsche Umgang mit vielen Haustieren sei ein „gesellschaftliches Problem“. Das Netz gaukele eine einfache Tierhaltung vor, erleichtere unseriöse Käufe. Neben Hunden treffe das derzeit vor allem auf exotische Begleiter wie Ratten und Reptilien zu. Schlangen, Schildkröten und Chamäleons bringen hohe Stromkosten mit sich, was vielen zu spät bewusst werde. Und die spezialisierten Aufnahmestationen in Kappeln oder gar München seien stets voll.

 „Da müssen wir vielleicht auch noch mehr liefern“, sagt Haase selbstkritisch: mehr Infos, mehr Öffentlichkeitsarbeit. Doch auch deren Finanzierung sei schwierig einzuplanen. „Für ein größeres Tierheim kommen für die Unterhaltungskosten etwa 500000 Euro im Jahr zusammen“, schrieb Tierschutzbeiratsvorsitzende Petersen, lediglich 50 Prozent der laufenden Kosten seien durch kommunale Unterstützung und Abgabegebühren gedeckt. Haase beziffert das eigene monatliche Defizit auf 40000 Euro. Die Bilanz werde aber auch durch Aktionen wie Flohmärkte und andere Zuwendungen ausgeglichen. Am Ende stehe in Kiel „kein Minus“.

 Auch mit der Stadt als Partner ist Haase an sich zufrieden. Lediglich wenn das Veterinäramt einschreite und extreme Fälle aus Tiersammelsucht, sichergestellte oder Tiere ausgezogener Bewohner bringe, würde sie sich über finanzielle Unterstützung freuen: „Wenn Kommunen die Tiere einsammeln, sollten sie ihrer Verantwortung auch noch mehr nachkommen.“ Die Bereitschaft zu helfen wachse aber generell. Tiere haben nun einmal eine Lobby: „Tiergeschichten rühren natürlich an. Und das muss man sich zunutze machen“, weiß Haase, dass der Mensch tierlieb ist. Sie wünscht sich etwas mehr Liebe auch zu Tierheimen.

 Am heutigen Sonntag lädt das Tierheim (Uhlenkrog 190) zum Flohmarkt. Neben dem Einkauf können fast 150 Tiere bestaunt werden. Der Erlös kommt ihnen zugute. Mehr Infos auch unter www.tierheim-kiel.de

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