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Kiel Gerüchte um Unterbringung von Flüchtlingen
Kiel Gerüchte um Unterbringung von Flüchtlingen
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17:15 26.09.2015
Von Jennifer Ruske
80 Flüchtlinge leben zurzeit in dem Gebäude der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule in sechs Klassenzimmern. Für sie hatte die Stadt Kiel im Sommer Sanitärcontainer auf dem Schulhof aufstellen lassen. Quelle: Volker Rebehn
Neumühlen-Dietrichsdorf

„Nein! Die frühere Adolf-Reichwein-Schule soll nicht weiter belegt werden“, sagte Leisner. Ursprünglich habe die Stadt angedacht, in dem neueren Anbau der Schule maximal 60 männliche Flüchtlinge in sechs ehemaligen Klassenräumen unterzubringen. Wegen des großen Zustroms seien es zurzeit aber 80. Zwei weitere Klassenräume über der Stadtteilbücherei hätten dazu genommen werden müssen. „Alles ist sehr eng, mehr geht nicht“, sagte Leisner. Zudem probten in dem Altbau die Musiker des Spielmannszuges des NDTSV Holsatia. Grundsätzlich plane die Stadt, das Schulgebäude sowieso nur vorübergehend zu benutzen. 50 Flüchtlinge hätten bereits eine Wohnung in Neumühlen-Dietrichsdorf beziehen können.

 Mit Blick auf die bis Jahresende ungefähr 3000 in Kiel erwarteten Flüchtlinge wies der Abteilungsleiter darauf hin, dass die Stadt zurzeit alle leer stehenden Gebäude und städtischen Grundstücke anschaue, um dort möglicherweise Flüchtlinge unterbringen zu können. Dabei sei es vorrangiges Ziel, dass die Stadt selbst den Wohnungsbau so schnell wie möglich vorantreibe. „Bauen ist besser, als Container aufzustellen“, sagte Leisner. Ausschließen wollte er dennoch nicht, dass weitere Container aufgestellt würden. Dann würde man vorher so früh wie möglich informieren.

 Eine freie städtische Fläche im Zentrum Neumühlen-Dietrichsdorf ist der Helmut-Hänsler-Platz unterhalb des Wasserturms. Im Baulandkataster der Stadt ist dieses 4202 Quadratmeter große Grundstück als Wohnungsbaufläche mit langfristigem Potenzial ausgewiesen. Danach könnten zwei Drittel des Platzes bebaut werden. Im März hatte Leisners Amtsvorgänger Manfred Wagner den Anlauf für eine viergeschossige Bebauung unternommen. Zuerst sollten dort Flüchtlinge einziehen, später hätte das Haus möglicherweise für andere Zielgruppen umgestaltet werden können (wir berichteten). Der Ortsbeirat konnte sich aber einen schnell hochgezogenen Zweckbau nicht für das Stadtteilzentrum vorstellen. Angeregt wurde vielmehr eine Mischbebauung mit Wohnungen und kleinen Geschäften. Insgesamt sah man noch weiteren Beratungsbedarf und wollte Fragen zu einer möglichen Bebauung des Helmut-Hänsler-Platzes und der Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtteil getrennt behandeln. „Zum jetzigen Zeitpunkt will die Stadt dort keine Container aufstellen“, sagte Leisner. Sollte sich für die Fläche aber ein Investor finden, könnte die Fläche mit Wohnungen, davon 30 Prozent als sozialer Wohnungsbau, bebaut werden.

Der Kieler Hafen wird weiter wachsen. Nicht ohne Grund wurde auch in diesem Jahr das Traditionsfest „Sprottenback“ im Ostuferhafen veranstaltet. Die rund 200 Gäste bekamen schon auf der Anfahrt zum Event im Terminal 1 beim Umfahren der Baumaschinen und Sandhaufen einen Eindruck davon, was Hafenchef Dirk Claus plant.

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