Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein: Gefaktes Schreiben kursiert in Kiel
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Kiel Gefaktes Corona-Schreiben kursiert in Kiel
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Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein: Gefaktes Schreiben kursiert in Kiel

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16:08 25.01.2021
Von Dennis Betzholz
Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schreiben gefälscht sind und weder von der Landesregierung noch vom Gesundheitsministerium erstellt oder verschickt wurden.
Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schreiben gefälscht sind und weder von der Landesregierung noch vom Gesundheitsministerium erstellt oder verschickt wurden. Quelle: KN/Sebastian Gollnow/dpa
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Im Briefkopf prangt der Löwe aus dem Wappen Schleswig-Holsteins, darunter der vermeintliche Absender: der Gesundheitsminister des Landes, Abteilung Coronaschutz, sowie die Adresse der Staatskanzlei. Und auch sonst mutet der Brief zunächst wie ein offizielles Anschreiben an.

Der Inhalt klingt dann aber alles andere als staatsmännisch. Der Verfasser warnt vor der Mutation des Coronavirus, wer "jetzt schon hunderte an Corona Verstorbene (sic!)" kenne, wird "bald schon tausende kennen".

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Deshalb habe die Landesregierung Schleswig-Holstein "zum Schutz Ihrer Gesundheit vereinfachte Verhaftungsverfahren entwickelt, um potenzielle Gefährder*Innen in Gewahrsam zu nehmen", heißt es in dem Schreiben. Die Adressaten werden schließlich aufgefordert, die Coronaleugner der nächsten Polizeidienststelle zu melden.

Schalldichte Fenster gegen Geräuschbelästigung bei Erschießungen

Doch es wird noch absurder: In der Folge werden die Anwohner darüber informiert, dass "in Ihrer Nähe" ein Gefängnis für Masken- und Quarantäneverweigerer entsteht.

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Und weiter: "Wenn ab März die ersten Gefängnisinsassen dort untergebracht werden, kann es an Wochenenden wegen der Erschießung von Querdenkern und Verschwörungsesotherikern zu vereinzelten Geräuschbelästigungen kommen. Um ihre gewohnte Ruhe nicht zu stören, fördert das Land Schleswig-Holstein den Austausch Ihrer Fenster gegen schalldichte Dreifachverglasung mit 30 Prozent der Gesamtkosten."

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Das Schreiben endet mit dem Hinweis, dass die Antragsformulare beim Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein schriftlich beantragt werden können. Unterschrieben wurde das Schreiben im vermeintlichen Auftrag des Ministers.

Gefälschtes Corona-Schreiben: Kriminalpolizei ermittelt wegen Urkundenfälschung

Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Schreiben gefälscht sind und weder von der Landesregierung noch vom Gesundheitsministerium erstellt oder verschickt wurden.

Bei der Polizei sind mittlerweile mehrere Hinweise von Menschen eingegangen, die dieses Schreiben im Briefkasten gefunden haben - bislang ausschließlich aus Kiel. Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung sowie Urheberrechtsverletzung Ermittlungen eingeleitet.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer so ein Schreiben erhalten hat, soll sich bei der nächsten Dienststelle melden.

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