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Kiel Giftige Gase: Marine will Panne beheben
Kiel Giftige Gase: Marine will Panne beheben
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17:25 24.06.2012
Kieler Woche 2012: Gästefahrt mit der Korvette Braunschweig. Das Hubschrauberdeck wird zum Biergarten. Quelle: FB
Kiel/Berlin

Die Motorenkapsel des Maschinenraums dürfe derzeit aus Sicherheitsgründen nur mit Atemschutzmaske betreten werden, weil sich dort das giftige Gas Formaldehyd entwickele. Der Raum werde etwa einmal stündlich bei Kontrollgängen betreten.

Die Panne bei den relativ neuen Korvetten war durch einen Zeitungsbericht bekanntgeworden. Bei den fünf Schiffen des 1,2 Milliarden Euro teuren Geschwaders traten immer wieder technische Probleme auf, die den Einsatz verzögerten. Zwei Korvetten wurden 2008 in Dienst gestellt, drei werden noch erprobt. Die rund 90 Meter langen Kriegsschiffe mit einer Besatzung von etwa 60 Soldaten eignen sich vor allem für Seeraumüberwachung und Küstenschutz.

Diese Umstände seien am Sonntag vergangener Woche bei einer Begehung der KorvetteBraunschweig“ bekanntgeworden. Mit dabei waren Marineinspekteur Axel Schimpf, der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und die SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels und Karin Evers-Meyer. Dabei hätten Soldaten von dem Gasaustritt berichtet. Der Wehrbeauftragte habe jetzt eine Überprüfung eingeleitet.

 Das krebserregende und in höherer Konzentration giftige Formaldehyd stammt laut Zeitung offenbar aus Material, das in der Isolierung der Abgassysteme eingebaut worden sei. Bei Erhitzung durch die heißen Abgase werde der Stoff freigesetzt.

 Bei den fünf 1,2 Milliarden Euro teuren Schiffen traten schon mehrere technische Pannen auf, unter anderen beim Getriebe und der Klimatechnik. Der SPD-Verteidigungsexperte Bartels fordert, dass „die Pannenserie aufgeklärt wird und die Werften die neuen Fehler schnell beheben“.