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Kiel Kämpfer kündigt Offensive an
Kiel Kämpfer kündigt Offensive an
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06:30 19.08.2019
Von Michael Kluth
Die Telekommunikationsunternehmen bieten in Kiel nach Auskunft der Stadt Internetzugänge auf drei Wegen an: Kupfer-, Koaxial- und Glasfaserkabel. Der Glasfaserausbau soll auch in Kiel vorangetrieben werden. Quelle: Patrick Pleul
Kiel

Nach einer Investorenkonferenz in diesem Herbst werde die Stadtverwaltung der Ratsversammlung Vorschläge unterbreiten, "mit welcher Strategie wir den Glasfaserausbau vorantreiben können".

Investorenkonferenz im Herbst geplant

Zuvor hatte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) in einem Interview mit den Kieler Nachrichten am vorvergangenen Wochenende mit einem Satz Verwirrung gestiftet: In Kiel sei der Glasfaser-Ausbau „auch wegen der Konstruktion der Stadtwerke“ noch nicht so vorangekommen, wie er sich das vorstelle. Auf Nachfrage von KN-online erläutert Buchholz, was er meint: Die Stadtwerke Kiel gehören zu 51 Prozent der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (MVV) und zu 49 Prozent der Stadt Kiel. Buchholz’ Befürchtung: Der Mannheimer Mehrheitsgesellschafter habe kein gesteigertes Interesse am Glasfaser-Ausbau im fernen Kiel.

Stadtwerke weisen Buchholz-Kritik zurück

Stadtwerke und Stadt weisen das zurück. "Die Stadtwerke Kiel können nicht nachvollziehen, dass der Energieversorger in Bezug auf den stockenden Glasfaserausbau genannt wird", teilen die Stadtwerke auf Anfrage etwas verschnupft mit. "Es stehen derzeit keinerlei Entscheidungen zum Glasfaserausbau an. Grundsätzlich sind sich die beiden Anteilseigner bei Investitionsentscheidungen stets einig, wenn diese wirtschaftlich abbildbar und rentabel sind." Aus der Stadtverwaltung heißt es: "Aus Sicht der Stadtwerke Kiel ist ein Glasfaserausbau in Kiel derzeit nicht wirtschaftlich darstellbar." Es bedürfe einer Förderung der öffentlichen Hand.

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Da sind der Bundes- und der Landesregierung freilich die Hände gebunden. Nach europäischem Recht dürfen sie laut Auskunft aus dem Wirtschaftsministerium den Glasfaser-Ausbau in Kommunen mit ausreichender Internetversorgung nicht zusätzlich fördern. Da nützt bislang auch die Forderung des Deutschen Städtetags an Bund und Länder nichts, "die Breitbandförderprogramme so fortzuentwickeln, dass eine drohende Abkopplung städtischer Räume beim Ausbau auf Gigabitniveau verhindert wird“".

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Die Telekommunikationsunternehmen bieten in Kiel nach Auskunft der Stadt Internetzugänge auf drei Wegen an: Kupfer-, Koaxial- und Glasfaserkabel. "Insgesamt kann die Versorgung der Stadt Kiel mit schnellem Internet heute im Vergleich zu einigen Gebieten im ländlichen Raum als gut bewertet werden." Das gelte freilich nicht bis in alle Zukunft. 

Das dem Kupfer- und Koaxialkabel überlegene Glasfaser sei schwerpunktmäßig in den Stadtteilen Holtenau, Wik, Suchsdorf, Neumühlen-Dietrichsdorf und Mettenhof verlegt, so die Stadtverwaltung. Demgegenüber gebe es noch "mindestens 2000 Gebäude, die mit weniger als 30 Mbit/s im Download versorgt werden". Die Stadt selbst habe finanziell "kaum Spielräume für nennenswerte eigene Investitionen in den Ausbau".

Ohne Finanzhilfen geht es nicht

"Ungeachtet dessen ist die Stadt zum Handeln entschlossen", sagt Stadtsprecherin Kerstin Graupner. Bei steigendem Bedarf an Übertragungsgeschwindigkeiten und um gegenüber ländlichen Bereichen den Anschluss nicht zu verlieren, müsse der Glasfaserausbau in der Stadt forciert werden. Zusammen mit dem Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein solle so schnell wie möglich eine Investorenkonferenz terminiert werden. Die Stadt setze auf das Interesse von Unternehmen und Investoren, in der wachsenden Landeshauptstadt zu investieren, "aber insbesondere auch auf die Unterstützung unter anderem des Landes, um finanzielle Spielräume zu eröffnen und Fördermittel erhalten zu können".

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