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Kiel Online-Petition für ein neues Verfahren
Kiel Online-Petition für ein neues Verfahren
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17:43 29.01.2019
Von Frank Behling
Die Eltern von Jenny Böken haben 14 Aktenordner bei sich. Diese wollen sie Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack überreichen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

In einem nicht öffentlichen Gespräch übergaben die Eltern der verunglückten "Gorch Fock"-Offiziersanwärterin Jenny Böken in Kiel die Change.org-Petition an Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Über das Internetportal wurden 140.000 Unterschriften gesammelt, ein weiteres Verfahren einzuleiten.

„Wir erhoffen uns Unterstützung durch die Ministerin“, sagte Uwe Böken vor dem Termin in Kiel. Die Eltern setzen auf neue Zeugenaussagen und fordern die Wiederaufnahme der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Die Chancen sind aber gering. Das Ministerium hat angekündigt, den Besuch nicht zu kommentieren. 

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Uwe Böken will Antworten auf Ungereimtheiten

Weiter sagte Uwe Böken: „Wir haben nichts davon, dass jetzt irgendwelche Leute für irgendwelche Zeiträume ins Gefängnis gehen oder irgendwelche Köpfe rollen.“ Das bringe die Familie nicht weiter. „Aber ich will wissen, wie ist Jenny zu Tode gekommen. Nicht mehr und nicht weniger.“

Ministerin Sabine Sütterlin-Waack hatte auf das Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestanden. Die Ministerin habe laut Uwe Böken am Dienstag klargestellt: „Es hat 30 Jahre in Schleswig-Holstein keine Anordnungen in Richtung der Staatsanwaltschaften gegeben und die wird sie auch nicht erteilen“, sagte Böken. Aus seiner Sicht gebe es jedoch „viele Ungereimtheiten“ im Zusammenhang mit dem Tod seiner Tochter. „Ich erhoffe mir seit zehn Jahren, dass ich es auf irgendeine Weise schaffe, dass dieser Fall wirklich geklärt ist.“

Todesfall auf der "Gorch Fock" : Zeuge verweist auf dubiose Anspielunge

Im September hatte sich ein Zeuge an die von den Eltern betriebene Stiftung gewendet. Es ist ein junger Mann, der im August 2008 ebenfalls Bundeswehrsoldat war und mit Jenny Böken kurz vor der tragischen Seefahrt in Düsseldorf eine Beziehung hatte. Der Zeuge war aber nicht auf der "Gorch Fock".

Er habe aber kurz nach Jennys Tod Besuch durch Angehörige der Bundeswehr bekommen, die ihn zu Jenny befragt und dabei dubiose Anspielungen gemacht hätten. Dabei soll auch das Wort Mord gefallen sein.

Jenny Böckens Eltern fordern weitere Ermittlungen

Die Eltern verknüpfen an diese Aussage jetzt große Hoffnungen. "Die neue Aussage verlangt unseres Erachtens nach einer Neuaufnahme von unbefangenen Ermittlungen durch eine Staatsanwaltschaft, die nicht in Kiel und - besser noch - nicht in Schleswig-Holstein angesiedelt ist”, so Uwe Böken.

Zuvor waren die Eltern mit ihren Versuchen der Klageerzwingung bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften im Land und schließlich sogar 2014 beim Bundesverfassungsgericht gescheitert. Mit der Petition soll jetzt Druck auf die Justizministerin in Kiel sowie auf Bundesjustizministern Katarina Barley (SPD) erhöht werden, die Justiz zu einem Verfahren zu bewegen.

Klicken Sie hier, um die komplette Berichterstattung der KN über den Fall Jenny Böken auf einer Themenseite zu verfolgen

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