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Kiel Grote kritisiert Protestaktion in Kiel
Kiel Grote kritisiert Protestaktion in Kiel
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17:02 12.06.2019
Aktivisten blockierten am Pfingstsonntag das Kreuzfahrtschiff "Zuiderdam" im Kieler Hafen und hindern es am Auslaufen.  Quelle: Thomas Eisenkrätzer/dpa
Kiel

Er habe bereits mit Hamburgs Innenminister Andy Grote und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (beide SPD) darüber gesprochen, wie sich das künftig unterbinden lasse, sagte Grote. "Wir können nicht jeden Kanuten, der auf der Förde lang paddelt, oder jedes Segelboot aufbringen vor dem Hintergrund, könnte er ein möglicher Besetzer eines Wulstes eines Kreuzfahrtschiffes sein." Im Endeffekt hätte das Schiff durch die höhere Fahrtgeschwindigkeit auf der Reise nach Kopenhagen eine schlechtere CO2-Bilanz vorzuweisen als ohne die Aktion.

Trotz der jüngsten Blockadeaktion in Kiel will die US-Reederei Holland America Line mit ihren Kreuzfahrtschiffen weiter den Ostseehafen anlaufen. Das Unternehmen werde die Zusammenarbeit mit dem Hafen und den lokalen Behörden fortsetzen, um die Umstände der Aktion vor dem nächsten Anlauf zu klären, teilte die Reederei in Seattle mit. Rund 50 Klimaaktivisten hatten am Sonntag das Auslaufen der "Zuiderdam" für sechs Stunden verzögert. Laut Reederei kam das Schiff am Montag zwei Stunden später als geplant in Kopenhagen an.

Klicken Sie hier für weitere Fotos von der Blockade eines Kreuzfahrtschiffes im Kieler Hafen durch Klimaaktivisten.

Aktivisten besetzten in Kiel auch einen Kran

Demonstranten hatten zwei Stunden vor dem geplanten Ablegen des Schiffs begonnen, mit kleinen Booten vor dem Bug der "Zuiderdam" zu kreuzen und hielten es so auf. Fünf Aktivisten besetzten darüber hinaus am Ostseekai einen Kran, zwei von ihnen wollten diesen nicht verlassen und mussten abgeseilt werden. Die Blockierer der Gruppe "Smash Cruiseshit" werteten ihren Protest als Erfolg und kündigten weitere Aktionen an. Sie fordern ein Ende der gesamten Kreuzfahrtbranche.

Gegen 46 Aktivisten leitete die Polizei Strafverfahren wegen Nötigung, Widerstands und Hausfriedensbruchs ein. Polizeisprecher Torge Stelck sprach von einem hohen Organisierungsgrad und verteidigte die Einsatzkräfte gegen Kritik. "Wir können da nicht mit der Brechstange rangehen, weil die Gesundheitsgefahr für Demonstranten und Beamte groß ist."

Innenministerium kritisiert "unkooperative" Aktivisten

Ein Sprecher des Innenministeriums sprach von einer besonderen Gefahrenlage. Diese habe ein behutsames Vorgehen nötig gemacht. "Erschwerend kam hinzu, dass sich die rund 50 Personen nach der Auflösung der Versammlung unkooperativ verhielten, so dass zunächst zusätzliche und spezialisierte Einsatzkräfte alarmiert werden mussten, um die polizeilichen Maßnahmen durchzusetzen."

Die "Zuiderdam" bietet Platz für knapp 2000 Passagiere. Sie wird Anfang Juli erneut in Kiel erwartet.

Hier sehen Sie Bilder vom Erstanlauf der "Zuiderdam" in Kiel.

Von dpa

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