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Kiel Kieler Schüler werben für Ecosia
Kiel Kieler Schüler werben für Ecosia
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12:12 12.10.2019
Von Karina Dreyer
Möchten die Suchmaschine Ecosia populärer machen (v.li.): die Max-Planck-Schüler Jonas Fritsche, Lovis Eichhorn, Tobias Joel Brandt, Matti Seemann und Till Tatka. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Denn Ecosia unterstützt Baumpflanzprojekte weltweit mit bereits mehr als 70 Millionen Bäumen. „Wir haben ein Thema für den Bundesumweltwettbewerb gesucht. Da kamen wir auf Ecosia, die wir schon seit der fünften Klasse kennen“, sagt Tobias Joel Brandt. Ihre Idee: Die grüne Suchmaschine als Alternative zu Google voranzubringen und „damit ganz nebenbei auch was für das Klima tun“, sagt Lovis Eichhorn. Dazu recherchiert die Gruppe seit einem Jahr, fertigte ein Plakat und konnte schon einige größere Kieler Firmen überzeugen, Ecosia zu installieren. „Die sind mit der Datensicherheit sehr weit vorne, da werden alle Suchanfragen nach einer Woche gelöscht. Es gibt auch kein Daten-Tracking-Tool“, sagt Till Tatka. Soll heißen, es wird kein Protokoll über das Nutzerverhalten erstellt und ausgewertet. „Es möchte ja niemand, dass seine Daten im Internet zu finden sind. Wir bleiben lieber privat und anonym“, sagt Tobias.

Für 45 Anfragen gibt es einen Setzling

Ecosia wurde Ende 2009 von Christian Kroll gegründet. Der damalige BWL-Student beschloss, die Welt zu bereisen und sich in der Ferne Inspiration für ein Geschäftsmodell zu holen, das Gutes für die Gesellschaft tun kann. Seine Idee: Die Suchmaschine verwendet das Geld, das durch Klicks auf die Werbung generiert wird, nicht um es an die Aktionäre auszuzahlen, „sondern zu 80 Prozent für Baumpflanzprojekte. Und die Werbung ist nur am Rand der Seite und ganz dezent“, sagt Jonas FritscheMatti Seemann hat die Ecosia-Idee, Bäume in wirtschaftlich schwachen Ländern zu pflanzen, überzeugt, mitzumachen. „Meist werden Obstbäume gepflanzt, für 45 Anfragen gibt es einen Setzling. So wird der Klimawandel verzögert“, sagt er. Also würde jede Suchanfrage helfen. „Und im Internet wird ja noch nicht so viel für das Klima gemacht“, ist auch Lovis überzeugt.

 Ecosia wird populärer

Ecosia gewann bereits mehrere Auszeichnungen für das Konzept und erfreut sich zunehmender Popularität in Europa und darüber hinaus. „Das ist kostenlos und jeder kann das machen“, sagt Matti. Und Jonas fügt hinzu: „Solche Projekte sind wichtig für unsere Kinder und Enkelkinder, sonst haben die keine Zukunft mehr“. So habe Ecosia damals zum Beispiel auch dem Energiekonzern RWE eine Million Euro für den Erhalt des Hambacher Forstes geboten. Die fünf Jungs sind bereit, Zeit und Energie zu investieren. „Noch geht es leider nicht, Ecosia mit dem schuleigenen System zu installieren, aber wir können allen Klassen erzählen, was gut ist“, sagt das Team. Sie haben auch schon Kontakt zu mehreren regionalen Firmen aufgenommen. „Holstein Kiel und die Stadt Kiel testen noch, Citti ist auch schon interessiert“, sagt Lovis. „Die meisten sind sehr erfreut, loben uns und zeigen sich kooperativ“, sagt Jonas. Absagen habe es bislang noch nicht gegeben. „Man nimmt unser Anliegen ernst“, sagt er. 

Ärger über Politiker

Und so schießen die fünf Jungs auch gerne scharf gegen die Politik: „Wir wollen was für das Klima tun. Aber weil die Großen in der Politik das nicht wirklich wollen, passiert nix“, sagt Lovis. „Da wird doch alles nur aufgeschoben“, findet Tobias. Einig sind sie sich, dass man auch sie was tun müssen, wenn sich die Lebensqualität verbessern soll. Mit Ecosia versuchen sie zu überzeugen und sind auch gerne bereit, Unternehmen zu erklären, wie man die Suchmaschine installieren und nutzen kann. „Vielleicht hilft es ja auch schon, dass wir dann von ecosieren sprechen“, sagt Till. Kontaktieren können Interessierte die Gruppe über die E-Mail geo-ag@mps-kiel.de

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