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Kiel Grüne wollen sofort Fahrspuren sperren
Kiel Grüne wollen sofort Fahrspuren sperren
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14:26 30.05.2019
Von Michael Kluth
Theodor-Heuss-Ring mit Waldwiesenkreisel. Die Grünen wollen eine Fahrspur pro Fahrtrichtung sofort sperren. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Ratsleute Jessica Kordouni und Arne Stenger beziehen sich auf den Entwurf zum Luftreinhalteplan für Kiel, den Landesumweltminister Jan Philipp Albrecht am Dienstag vorgestellt hat. „Die Reduzierung der Verkehrsstärke und die Sperrung einzelner Fahrspuren führen zu einer deutlichen Reduzierung der Belastung“, sagt Albrecht dazu.

Er meint allerdings die baustellenbedingte Sperrung der rechten Fahrspur Richtung Eckernförde von April bis September 2020. Damit plus einer Sperrung der Abfahrt zum Waldwiesenkreisel und der Zufahrt von der Ratzeburger Straße sei der Stickoxid-Grenzwert 2020 voraussichtlich einzuhalten.

"Unser Vorschlag wirkt ungewöhnlich"

Das können wir früher haben, meinen die beiden Grünen. „Unser Vorschlag wirkt ungewöhnlich“, räumen sie ein. „Aber er ist sofort umsetzbar, er benachteiligt niemanden im Speziellen, und seine Wirkung ist im Gegensatz zu Fahrverboten für ausgewählte Antriebsarten und Motoren ohne Kontrolle durchsetzbar.“

SPD widerspricht den Grünen

Für die SPD-Fraktion widerspricht ihr umweltpolitischer Sprecher Max Dregelies: „Wenn wir durch Sperrungen dafür sorgen, den Verkehr durch die Innenstadt oder durch Wohnquartiere zu lenken, leiden besonders Fuß- und Radverkehr“, sagt er. „Ausweichverkehre produzieren außerdem weitere Abgase und schaden dem Klima.“

Die SPD-Fraktionschefin Gesa Langfeldt lobt, „wie gut und gründlich die Verwaltung gearbeitet hat“. Schon bei erster Durchsicht des Entwurfs zum Luftreinhalteplan sei „erkennbar, dass die Expertise der Stadtverwaltung zum allergrößten Teil übernommen wurde“.

Die FDP-Fraktion regt an, „die Bausteine ,Digitalisierung’, ,ÖPNV und Vernetzung’, ,Radverkehr’ und ,Elektrifizierung des Verkehrs’ intelligent miteinander zu verknüpfen“.

Die SSW-Fraktion schlägt vor, „ein fortlaufendes Monitoring durchzuführen, das Maßnahmen, Messwerte, Verkehrsfluss und den Einfluss auf die Gesundheit und das Leben der Einwohner einander gegenüberstellt“.

Kieler CDU kritisiert Kämpfer

Die CDU-Fraktion bekräftigt ihre Kritik an Ulf Kämpfer: „Während der SPD-Oberbürgermeister keine technischen Maßnahmen prüfen ließ und auf ein Linksfahrgebot für Diesel-Fahrzeuge und Lkw-Verkehr durch das Sophienblatt setzt, belegen die Untersuchungen des Umweltministeriums nun, dass derartige Methoden nicht ausreichen. Durch diese Blockadehaltung hat die Stadt Kiel wertvolle Zeit verloren.“

Kämpfer wehrt sich

Kämpfer verwahrt sich gegen derlei Kritik. Die Stadt arbeite zusammen mit dem Umweltministerium intensiv an der Wirksamkeitsanalyse von Luftfiltern. „Gemeinsam mit Stuttgart sind wir die Stadt, die am weitesten in diesem Prozess vorangeschritten ist“, sagt Kämpfer.

Die bisherigen Erkenntnisse seien ermutigend, so Kämpfer. "Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer die Wirksamkeit von Luftfiltern seriös beurteilen können und dann über die Anschaffung solcher Geräte entscheiden werden.“

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