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Kiel 43,5 Kilometer durch die Stadt wandern
Kiel 43,5 Kilometer durch die Stadt wandern
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07:30 09.08.2019
Von Jürgen Küppers
Schöne Aussichten: Mehr als 43 Kilometer sollen Kieler und Besucher um die Förde herum auf einem gekennzeichneten Weg um die Förde wandern können. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Stadt gab Landschaftsarchitekten aus Lübeck den Auftrag, einen „Handlungskatalog zur Entwicklung eines Stadtgartenwegs“ zu erstellen. Zeitplan und Kosten für das Projekt stehen laut Verwaltung aber noch nicht fest. Der Grund für den 25 000-Euro-Auftrag des Kieler Grünflächenamtes an das Lübecker Büro TGP (Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten, BDLA) liegt auf der Hand: „Bislang wird der 43,5 Kilometer lange Wanderweg nicht als verbindendes Element wahrgenommen“, hieß es dazu aus dem Rathaus. 

Wanderwege sollen besser erkennbar sein

Jetzt sollen die Landschaftsarchitekten Vorschläge dazu machen, wie der Wanderweg durch wiedererkennbare Gestaltung erleb- und sichtbar werden kann. Außerdem müssten die Experten noch Lösungen für konkurrierende Nutzungen, unklare Wegeverläufe oder Barrieren finden. Auch deswegen erfolge die konkrete Umsetzung des Wanderweges in Teilschritten inklusive einer Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Kleingartenvereine. 

Mit dem Stadtgartenweg nimmt die Stadt nach eigenen Angaben nun eine im Kleingartenentwicklungskonzept (KEK) enthaltene Schwerpunktmaßnahme in Angriff. Ziel des Wegeausbaus ist neben verbesserter Erreich- und Erlebbarkeit der Wanderroute auch die dadurch mögliche Vernetzung mit den angrenzenden Stadtgebieten. 

1922 entstand der historische Grüngürtel

Weil der genaue Verlauf des Weges erst noch erarbeitet wird, skizzierte die Verwaltung ihn nur in groben Zügen: Im Westen setze er sich Richtung Norden über Pries-Friedrichsort bis zur Stadtgrenze fort und erreiche dort die Förde. Im Nordosten verlaufe der Stadtgartenweg als Stadtrandweg durch Dietrichsdorf und treffe dort auf den Fördewanderweg Richtung Mönkeberg.

Zur Vorgeschichte: Der historische Kieler Grüngürtel entstand bereits 1922 im Zuge des Grünflächen- und Siedlungsplanes. Aufgestellt hatte diesen Plan Friedrich Hahn, damaliger Technischer Baurat der Stadt, zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Leberecht Migge. Zentrale Idee dabei war die Schaffung einer ringförmigen grünen Zone um die Innenstadt herum nach Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung. 

Kleingartenwesen mit langer Tradition

Der Grüngürtel als Kernstück dieses Entwicklungsplans schließt unmittelbar an die geschlossene gründerzeitliche Bebauung Kiels an und integrierte die damals nur sporadisch vorhandenen Kleingartengebiete. 

Doch das Kleingartenwesen in Kiel hat noch eine viel längere Tradition. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine Vielzahl von Gartenanlagen, von denen einige bis heute bestehen – zum Beispiel Klein-Kielstein oder Wulfsbrook. Derzeit erfreuen sich Kieler Kleingärten wieder steigender Beliebtheit, nicht nur junge Familien entdecken die Gärten wieder als „grüne Oasen“ für sich. 

Zentrale Naherholungsräume

Heute ist der historische Grüngürtel zusammen mit den Kleingärten Bestandteil des Innenstadtrings und stellt laut Verwaltung „eines der zentralen Natur- und Naherholungsräume sowohl für viele Kieler als auch für Besucher und Gäste der Landeshauptstadt dar. 

Für Baudezernentin Doris Grondke hat deshalb der künftige Stadtgartenweg große Bedeutung für die Landeshauptstadt: „Damit werden wir ein wichtiges Projekt zur Aufwertung der innerstädtischen Grünqualitäten realisieren können. Denn hier treffen Gartenkultur, Landschaftsraum sowie urbane Freiräume aufeinander.“

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