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Kiel Polizei verschärft Kontrollen im Land
Kiel Polizei verschärft Kontrollen im Land
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18:12 14.03.2018
Von Niklas Wieczorek
Kurz vor der Einfahrt zum ZOB winken die Polizisten vom Kieler Bezirksrevier und dem 2. Revier die Autofahrer zur Kontrolle heraus. Quelle: Sven Janssen
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Kiel

Dass das Smartphone am Steuer durchaus verständlich sei, bestätigt auch Jessica Schäller vom Kieler Bezirksrevier: "Es ist schon ein enormer Druck. Der Griff zum Handy überlagert alles." Inzwischen habe sich aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz, aktuell zu sein und auf Nachrichten zu reagieren "ein Automatismus" gebildet. Sich davor schützen könne sich am besten, wer das Handy vollständig auf lautlos und ohne Vibrationsalarm stellt.

Die Kontrollstelle am Mittwochmorgen ist ein gutes Beispiel: Denn sie liegt in der Kieler Innenstadt, hier geht morgens ein enormer Berufsverkehr durch – viele Leute sind im Stress und achten zu wenig auf die Verkehrssicherheit. Etwa 200 Meter vor dem ZOB steht Björn Hillmann in ziviler Kleidung am CAP. Er beobachtet, ob Autofahrer auf der Kaistraße mit Handy in der Hand oder ohne angelegten Gurt fahren. Die gibt er per Funk an seine Kollegen weiter, die das Fahrzeug auf das ZOB-Gelände winken. Dort winken dann 100 Euro und ein Punkt Strafe für das Handy am Steuer oder 30 Euro für den nicht angeschnallten Fahrer.

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Verständnis bei den meisten Kontrollierten

"Die meisten Leute haben Verständnis dafür", sagt Schäller. Und das bestätigen auch die Kontrollierten am Mittwochmorgen: "Was soll ich eine Ausrede suchen? Es gibt ja keinen Grund dazu", sagt Fritz Schönfeld, der das Handy kurz für eine Nachricht in die Hand nahm. Zu spät.

"Und es kann ja fatale Folgen haben", führt Schäller aus, "eine Sekunde Blick aufs Handy, ich verreiße das Lenkrad und fahre ein Kind tot." Bewusst überspitzt schildert sie ein dramatisches Szenario. Gerade für solche Verläufe und Situationen will die Polizei mit der Kontrollwoche sensibilisieren. Und das ist notwendig: In den letzten Jahren nahmen vor allem die Verstöße im Fokus stark zu: 2017 wurden 12.790 und damit 11,1 Prozent mehr telefonierende oder Nachrichten tippende Fahrer in Schleswig-Holstein angehalten. Nicht angeschnallte Fahrer fallen dagegen immer seltener auf.

Auch in Kiel kontrolliert die Landespolizei in dieser Woche Autofahrer vermehrt auf Handy am Steuer oder einen nicht angelegten Gurt.
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