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Kiel Science-Camp lockte in die Schule
Kiel Science-Camp lockte in die Schule
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16:00 10.08.2019
Von Martin Geist
Dem Täter auf der Spur: Unter Anleitung von Chemiestudentin Lucy Frömming nahmen Jugendliche des Gymnasiums Wellingdorf eine Mordermittlung vor. Quelle: Martin Geist
Kiel

Es bei chemischen Experimenten so richtig brodeln zu lassen, nach den Klein- und Kleinstlebewesen in der direkten Umgebung zu pirschen, sogar eine Todesfallermittlung zu führen: All das ist gegenwärtig im Science-Camp des Gymnasiums möglich. Nach bewährtem Konzept leiten Lehramtsstudenten der Uni Kiel die einzelnen Kurse, die sie vielfach auch inhaltlich gestaltet haben. Wobei von den sechs Angeboten nicht alle ausreichend angenommen wurden. Mangels teilnehmender Masse kam ein durchaus spannender Kursus zur Neurobiologie nicht zustande, sodass in dem Ostufer-Gymnasium zumindest vorläufig die Frage unbeantwortet bleibt, ob es beispielsweise so etwas wie eine Chemie der Liebe gibt. „Ökologische Aspekte unserer Meere“ war gleichfalls ein nicht uninteressantes Thema, das nicht genügend Anklang fand.

Chemie hatte die meisten Interessenten

Dagegen zahlt sich scheinbar Mut zu starken Worten aus. Mareille Berg und Friedrich Hagner lockten mit dem Versprechen auf „Chemie, die knallt und stinkt“ die meisten Interessierten. Gleichauf mit Lucy Frömming, die „Chemische Analysen zu einem Kriminalfall“ anbot. Fast so wie bei den CSI-Profis im Fernsehen nahmen die Jugendlichen Fingerabdrücke, bestimmten den Todeszeitpunkt und fanden vor allem erst mal heraus, ob das fiktive Opfer eines natürlichen Todes gestorben war. „Es war Gift“, beschrieb Adrian den Stand der Ermittlungen und mutmaßte, dass der Mörder womöglich nach guter alter Manier der Gärtner sei. Andererseits: Giftmorde, so heißt es, gehen oft auf das Konto von Frauen, sodass doch noch weitere Spuren naturwissenschaftlich ausgewertet werden mussten.

Erbsenmuschel und Rückenschwimmer

Auf weniger spektakuläre Weise spannend war der von Daniel Konn-Vetterlein geleitete Kursus zur Freilandökologie. Auf dem Schulhof und im nahen Schwanensee erkundeten acht Gymnasiasten die oft nur bei sehr genauem Hinsehen wahrnehmbare Tierwelt um sie herum. Und entdeckten seltene Wesen wie die Erbsenmuschel, kuriose Geschöpfe wie den Rückenschwimmer, aber auch Egel und anderes Getier, das dank der guten technischen Ausstattung des Gymnasiums übers Mikroskop in bester Qualität auf einer großen Leinwand dargestellt werden konnte.

Fast ein Selbstläufer war die knallende und stinkende Chemie mit Mareille Berg und Friedrich Hagner. Richtig bunt und richtig brodelnd her ging es zum Beispiel in der „Hexenküche“, die eigentlich ein Experiment zur Veränderung von PH-Werten war. Einer der sehr begeisterten 14 Teilnehmer ist Lars, der schon den dritten Sommer beim Science-Camp mitmacht. „Chemie ist das Beste“, fasst er seine Erfahrungen zusammen und betont weise, dass ja überhaupt das ganze Leben Chemie sei.

Sommerschule ist Lernförderung

Freiwillig läuft derweil nicht nur die Teilnahme an dem noch bis gestern währenden Science-Camp, sondern auch die Gesamtleitung, die in den Händen des pensionierten Bio- und Chemielehrers Detlev Fischer liegt. Genauso ist es bei der vom pensionierten Deutsch-, Latein- und Wipo-Lehrer koordinierten Sommerschule, die seit 2014 immer in den letzten beiden Ferienwochen vonstatten geht. Im Gegensatz zum Science-Camp, das vor allem die Lust auf Naturwissenschaften wecken soll, geht es in der Sommerschule hauptsächlich um Lernförderung. Individuell oder in sehr kleinen Gruppen können sich Schüler ebenfalls von fortgeschrittenen Studenten in Fächern helfen lassen, mit denen sie Probleme haben. 20 Freiwillige sind diesmal dabei, das weitaus am häufigsten gewählte Fach ist nach Angaben von Schulleiter Uwe Borstelmann Mathematik. Bewährt hat sich dieses sommerliche Förderangebot aus Sicht des Chefs allemal. Zwar schießen die Noten nach den Kursen gewöhnlich nicht durch die Decke, „aber am Ende sagen alle Schüler, dass es gut war und sie mit einem besseren Gefühl ins neue Schuljahr gehen“. 

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