Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Nervosität vor der Anti-Kreuzfahrer-Demo
Kiel Nervosität vor der Anti-Kreuzfahrer-Demo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:32 12.07.2019
Von Niklas Wieczorek
Die "Zuiderdam" konnte nicht auslaufen, als TKKG-Aktivisten am Pfingstsonntag den Wulstbug besetzt hatten und vor dem Schiff kreuzten. Quelle: Frank Behling
Kiel

"Es geht darum zu zeigen, dass Kreuzfahrtschiffe und damit auch die Passagiere in Kiel nicht willkommen sind", sagt Julia Schröder von TKKG. Solange die Branche boome, werde man dagegen protestieren. Vielsagend deutet sie an, dass die Aktivisten ihre Aktionen in den Auswirkungen noch steigern wollen: "Dabei muss stetig eskaliert werden, bis dieser Unsinn ein Ende hat."

An Pfingsten hatten sich Aktivisten auf einem Kran am Ostseekai in Kiel, dem Wulstbug und im Wasser vor dem Kreuzfahrtschiff versammelt, um die Abfahrt zu verhindern. Erst nach einem Zugriff durch die Polizei konnte das Schiff, mit sechs Stunden Verspätung, um 22 Uhr ablegen. Auch aus einer Demo Ende April auf dem Theodor-Heuss-Ring in Kiel war eine Blockade entstanden, die von der Polizei beendet werden musste. In einer Stellungnahme der Aktivisten gibt es auch für morgen eine Drohung: "In Kiel und auch anderswo ist kein Kreuzfahrtschiff vor einer erneuten Blockade sicher."

Demo mit 200 Teilnehmern angemeldet

Was ist konkret geplant? Zunächst einmal gibt es eine offizielle Demo-Anmeldung für 200 Teilnehmer, bestätigen Polizei und Ordnungsamt. Am Platz der Matrosen vor dem Hauptbahnhof wollen sich die Aktivisten ab 13 Uhr versammeln. In Schwimmoutfits und mit mehreren Schlauchbooten soll es durch das Sophienblatt, die Andreas-Gayk-, die Hafen- und die Holstenstraße über den Prinzengarten zum Ostseekai gehen – auf dem Weg sind Zwischenkundgebungen vor Reisebüros geplant, die Kreuzfahrten anbieten. Am Ostseekai will TKKG von etwa 15 bis 19 Uhr das Gespräch mit Gästen suchen und sie über die aus ihrer Sicht problematischen Reisen aufklären.

Lesen Sie auch: Ulf Kämpfer vor TKKG-Aktion: "Weites Recht" auf Demos

Dass aber mehr passieren könnte, zieht auch die Polizei in Erwägung: "Wir hoffen auf einen friedlichen Ablauf", sagt Polizeisprecher Matthias Felsch. "Aber die Erfahrungen vom Pfingstwochenende fließen natürlich in unsere Vorbereitungen und unsere Aufstellung mit ein." Laut Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke wird das Sicherheits- und Abfertigungspersonal aufgestockt. Das sei aber normal, weil der Aufwand für drei Kreuzfahrtschiffe immer erhöht werde. Zusätzlich wird diesmal die Kaikante streng überwacht. "Wir gehen davon aus, dass die Demonstration wie angemeldet abläuft. Die Abfertigung der Schiffe erfolgt planmäßig."

Andere Aktionen wären möglich

Für den Sonnabend bekräftigen die Aktivisten ganz offiziell, eine angemeldete bunte Demo für alle zu planen. Ob es dabei bleibt, ist aber fraglich – auch der Protest am Theodor-Heuss-Ring war schließlich angemeldet. Julia Schröder von TKKG verweist darauf, dass Proteste grundsätzlich unberechenbar bleiben: "Zu nicht angemeldeten Aktionen können wir im Vorfeld keine Auskunft geben. Wir wissen auch nicht, was Menschen außerhalb der angemeldeten Demo tun werden."

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach der Demo auf dem Theodor-Heuss-Ring, auf der ein Teil der Protestler Absprachen nicht einhielten, gab es Kritik am Juristen und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und dem Ordnungsamt der Stadt. Sie hätten dagegen energischer vorgehen sollen, so der Vorwurf. Jetzt steht eine ähnliche Demo an.

Niklas Wieczorek 12.07.2019

In der ersten Runde des DFB-Pokals der Frauen müssen die Holstein Women am 3./4. August beim Magdeburger FFC antreten. Die Holstein Women hatten sich durch einen Last-Minute-Sieg im Finale des SHFV-Lotto-Pokals in Lübeck gegen den SV Henstedt-Ulzburg für die erste Runde des DFB-Pokals qualifiziert.

12.07.2019

Die Ungewissheit über die Zukunft des Freibads Katzheide hat in der Kieler Kommunalpolitik Kopfschütteln ausgelöst. Gleichzeitig gibt es aber auch Verständnis für das Vorgehen der Stadt.

Kristian Blasel 11.07.2019