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Kiel Haftstrafe - Mann kommt trotzdem frei
Kiel Haftstrafe - Mann kommt trotzdem frei
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14:22 09.05.2017
Das Landgericht Kiel hat einen 35-Jährigen zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Für zwei Schüsse in die Knie seiner Ehefrau hat das Kieler Landgericht den Angeklagten zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer sprach den 35-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung und illegalen Waffenbesitzes schuldig. Dennoch durfte der Mann nach dem Urteil das Gericht am Arm seiner Frau verlassen. Die Kammer setzte den Haftbefehl gegen strenge Meldeauflagen und die Einbehaltung der türkischen Personalpapiere des Mannes außer Vollzug. Der 35-Jährige hatte sich nach der Tat der Polizei gestellt und saß seither in Untersuchungshaft.

Laut Urteil schoss der aus der Türkei stammende Angeklagte Anfang Januar im Hinterhof einer Kieler Moschee in beide Knie seiner Frau. Beide lebten demnach in Scheidung, hatten sich wieder einmal heftig gestritten. Sie beleidigte ihn schwer, kränkte ihn in seiner Mannesehre und drohte, dass er seine Kinder nie wieder sehen werde. Da habe er seine im Beifahrersitz seines Wagens versteckte Waffe geholt, seine Frau zu Boden gedrückt und geschossen.

Die Kammer wertete nicht nur das sehr frühe Geständnis strafmildernd. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Er hatte vor Gericht von einer Kurzschlussreaktion gesprochen, die er zutiefst bedauere. Seine Ehefrau vergab ihm und will mit ihm eine Paartherapie machen. Im Prozess saß sie neben ihm auf der Anklagebank, händchenhaltend.

Das Paar versöhnte sich vollständig, sagte der Vorsitzende Richter. Er sprach von einem Täter-Opfer-Ausgleich, wie man ihn in Strafverfahren kaum erlebe. Außerdem hatte das Opfer großes Glück: Die Wunden verheilten nach Operationen, Spätfolgen scheinen wenig wahrscheinlich. Der Richter wies aber auch daraufhin, dass die Durchschüsse durchaus zu Lähmungen und Schlimmerem hätten führen können und dass Beleidigungen keinen Schusswaffengebrauch rechtfertigten.

Der Auffassung der Anklage, der 35-Jährige habe seine Frau wegen vermeintlicher Untreue bestrafen, verkrüppeln und als Ehebrecherin stigmatisieren wollen, folgte die Kammer nicht. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre und neun Monate gefordert. Der Verteidiger beantragte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Er will Revision einlegen, sagte er. Das Gericht hatte betont, dass das Unrecht der Tat trotz mildernder Umstände keine Bewährungsstrafe erlaube.

Von KN

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