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Kiel Für Veranstalter ein herber Verlust
Kiel Für Veranstalter ein herber Verlust
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19:08 03.05.2019
Von Thomas Bunjes
Die Nachricht von der Umwidmung der Halle 400 in Kiel hat wie eine Bombe eingeschlagen. Die neu entstehenden Kita-Plätze werden zwar von vielen Seiten gelobt, dennoch überwiegen Trauer und Unverständnis über den Verlust einer alteingesessenen Veranstaltungsstätte. Quelle: Frank Peter
Kiel

„Das ist definitiv ein Verlust, für uns bricht da eine wichtige Location weg“, sagt Katrin Wedemeyer, Geschäftsführerin der Mittendrin Veranstaltungs GmbH mit Sitz in Flensburg. Die Agentur organisiert regelmäßig Konzerte auch in Kiel. „Es fehlt eine Zwischengröße zwischen Club und Sparkassen-Arena, und die hat uns die Halle 400 geboten“, erklärt Wedemeyer, die bereits von dem Kita-Vorhaben wusste und daher für 2020 nicht mehr mit der Halle 400 geplant hat.

Es fehlen die Alternativen für die Halle 400

„Das Schöne an der Halle 400 war, dass sie so flexibel nutzbar war“, sagt Wedemeyer, etwa dass sie problemlos bestuhlt werden konnte. Die große Halle der Traum GmbH biete aus ihrer Sicht keine geeignete Alternative. Erstens fehle dort auf der Bühne eine hintere Traverse (ein quer verlaufender mechanischer Träger), der dann extra bestellt werden müsste – ein Kostenfaktor.

Außerdem sei es bei dem soziokulturellen Zentrum im Grasweg „unfassbar schwer“, Termine zu finden, wo alles an Veranstaltungen unter einen Hut zu bringen sei. „Total prima“ wäre laut Wedemeyer für Kiel eine neue Halle mit 2500 bis 3500 Plätzen. „So etwas fehlt.“

Kämpfer hofft auf geeigneten Ersatz für Halle 400

Für Oberbürgermeister Ulf Kämpfer wird mit dem Ende der Halle 400 als Veranstaltungsort die Dringlichkeit unterstrichen, in Kiel neue Konzert- und Tagungsmöglichkeiten zu schaffen. „Ich gehe davon aus, dass wir in Verbindung mit dem Stadionneubau einen multifunktionalen Bereich schaffen werden, der die Halle 400 ersetzt.“

Kämpfer betonte zugleich, dass es eine „tolle Lösung“ sei, an der Hörn auf diesem Weg Kitaplätze zu schaffen. Das begrüßen auch viele KN-online-Nutzer, wenngleich auch ihnen die Trauer über den Verlust der Veranstaltungsstätte überwiegt.

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„Das ganze Team kann im Moment dazu gar nichts sagen“, hieß es seitens der Schleswiger Agentur Spass im Norden/The Avengers GmbH, es sei „vom Sachverhalt auch überraschend“. Die Agentur hat in der Halle 400 in Kiel bereits mehrere Comedy-Acts veranstaltet, momentan finden sich sechs Termine auf der Homepage der Halle – aktuell der Löwenanteil: Bastian Bielendorfer (18. Mai), Wolfgang Trepper (15. Juni), Die Feisten (24. Oktober), Lydia Benecke (25. Oktober), Emmi & Willnowsky (8. November), NightWash: Der Comedy Waschsalon (27. November) und Nicole Jäger (6. Februar 2020). Man müsse nun erst einmal abwarten, „was von der Halle 400 kommt“, teilten die Schleswiger mit.

Künstler zeigen auch Verständnis

„Das hat mich schon überrascht“, gesteht auch Beate Boehm, Vorstandsmitglied des Hamburger Chors 50 Voices, der die Halle 400 seit 2017 jeden Januar bespielt hat – schon eine kleine Tradition. Obwohl das Konzert Anfang 2019 nicht ausverkauft gewesen sei, sei es das beste Konzert der kleinen Reihe gewesen, weil „das Publikum in Kiel Bombe“ gewesen und hier überhaupt „einmalig“ sei.

50 Voices hätten ohnehin überlegt, 2020 mal in Kiel auszusetzen und in Lübeck zu singen, nun müsse man sich in Kiel für die Zukunft nach einer Alternative für diese „schöne Location“ umsehen, die aber bestuhlt sein müsse. Letztlich, so Boehm, sei es aber „nicht das Schlechteste“, wenn daraus nun eine Kita werde.

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