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Kiel Wie der Horror in Holtenau erwacht
Kiel Wie der Horror in Holtenau erwacht
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19:04 31.10.2019
Von Karina Dreyer
Halloween in Holtenau: Paul Sabban (v.l. mit Maske), Stefan Esser, Elsbeth Esser und Manfred Esser verwandeln einmal im Jahr ihr Haus in ein Horrorhaus. Quelle: Karina Dreyer
Holtenau.

Rund 100 Kinder haben am Donnerstag den Weg dorthin gefunden. Vor dem Haus in der Kastanienallee hat ein Schiff mit schwarzen Segeln Fahrt aufgenommen, auf riesigen Spinnweben krabbeln arachnoide Wesen, Gräber tun sich unter Gelächter auf, und Totenköpfe blinken diabolisch mit roten Lichtern.

Es begann in Kiel-Holtenau mit einem Skelett namens Hugo

Angefangen hat alles vor sechs Jahren mit einem Skelett namens Hugo, das wirkungsvoll im Vorgarten drapiert wurde. Das zog die verkleidete, nach Naschis gierige Meute an. „Und so wurde das Jahr für Jahr mehr“, sagt Stefan Esser. Als die beiden dann noch vor drei Jahren anbauten, begannen sie ein kleines Grusellabyrinth einzurichten. „Eine Baustelle passte ja ganz gut, um Gräber zu imitieren“, sagt er.

Das Zubehör kommt aus dem Internet oder von Flohmärkten

Ein bis zwei Wochen vor Halloween legen die beiden alljährlich los und packen aus Kartons, was sie das Jahr über im Internet, über private Kleinanzeigen und auf Flohmärkten für ihr gruseliges Vorhaben ergaunern konnten. „Wir sagen jedes Jahr, nun haben wir die Grenze erreicht. Aber es macht so viel Spaß, dass wir nicht aufhören können“, sagt Elsbeth Esser. Sie ist Versicherungsfachfrau, er hat einen Jachtservice. „Da besteht der Alltag so aus Etikette und hochkonzentrierter Arbeit, da darf man dann einmal im Jahr ausbrechen“, sagt er. Oder zwei oder drei Mal, denn Elsbeth hat auch Spaß an der Deko zu Weihnachten und Ostern, „aber das ist dann nur im Haus“. 

Nach der Gruselei kommt die Nachbarschaft in Holtenau zum Feiern

Die beiden haben keine Kinder, freuen sich aber diebisch darüber, die der anderen erschrecken zu können. „Es sind ja nicht unsere, die dann nachts nicht schlafen können“, sagt er. Und so müssen die Besucher vorbei an gehängten und geköpften Monstern, unter einer riesigen Spinne durch den Nebel in Richtung Wohnzimmer, wo die Belohnung in Form einer Tüte mit Süßigkeiten wartet. In diesem Jahr fasste Marita Sabban mit an und zauberte aus Paprika kleine Totenköpfe, Knochenbaiser, Kürbissuppe und Hackmuffins. Denn nach der ganzen Gruselei kommt die Nachbarschaft, um ein wenig zu feiern.

Einigen Kinder ist das Haus in Kiel zu gruselig

Nicht überall kommt das Horrorhaus gut an. Nachbarin Christiane Monte konnte vor ein paar Jahren ihre vierjährige Enkeltochter kaum beruhigen, so sehr fürchtete sie sich. „Und einige Kinder wechseln die Straßenseite, so unheimlich ist es ihnen“, sagt sie. Mittlerweile hat das Paar aber eine gute „Informationskette aufgebaut. Wenn sich kleine Kinder dem Gruselraum nähern, machen wir mehr Licht an und schalten den Nebel ab“, sagt Esser. Aber trotz allem: Die beiden sind nicht nur Schrecken der Nachbarschaft, sie sorgen vor allem für viel Spaß und sind mittlerweile auch recht bekannt. Vater Manfred Esser segelte jüngst zur dänische Insel Anholt. Als er dort erzählte, dass er aus Holtenau kommt, wurde er gefragt, ob „das nicht dort sei, wo das Horrorhaus steht“.

Um 20 Uhr ist der Spaß in der Regel vorbei

Der Spaß hat ab 20 Uhr dann meist ein Ende, dann holen die Essers die Deko nach und nach ins Haus und lassen die dekorativen Toten ruhen, bis sie dann im nächsten Jahr für einen gruseligen Abend auferstehen dürfen. 

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